Wirtschaft : Kirch-Gruppe: Medienmogul steht vor Umstrukturierung seiner Unternehmen

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Die Münchner Kirch-Gruppe erwägt offenbar, den geplanten Börsengang der Holdingfirma Kirch Media Gmbh & Co KGaA durch eine Fusion mit ihrer bereits börsennotierten TV-Gruppe Pro Sieben-Sat 1 zu ersetzen. "Zu Spekulationen nehmen wir keine Stellung," sagte ein Kirch-Sprecher zu entsprechenden Marktgerüchten. "Das wäre auch eine Art Börsengang und außerdem eine smarte Lösung", kommentieren hingegen Beobachter die neue Variante. Kirch könnte dazu gezwungen sein, weil er Anteilseignern, die zusammen rund 21 Prozent an der Kirch Media halten, den Börsengang bis spätestens 2003 zugesagt hatte.

Zu diesen Investoren zählen unter anderem der italienische Medienunternehmer und Ministerpräsident Silvio Berlusconi und die Kölner Rewe-Gruppe. Wegen rückläufiger Gewinne und der massiven Börsenflaute wurde der urspünglich für dieses Jahr angekündigte Gang aufs Parkett bereits vor kurzem um zwei Jahre verschoben. 79 Prozent an der für Rechtehandel und frei empfangbares Fernsehen zuständigen Dachgesellschaft Kirch Media liegen beim Konzernherrscher Leo Kirch und dessen Sohn Thomas Kirch. Die Pro Sieben-Sat 1-Gruppe ist eine mehrheitliche Beteiligung der Kirch Media. Die Gremien von Kirch Media und der TV-Gruppe hätten der Fusion bereits zugestimmt, schreibt die "Wirtschaftswoche" in ihrer neusten Ausgabe. Durch den Zusammenschluss von Mutter- und Tochtergesellschaft entstehe ein Medienkonzern mit mehr als sieben Milliarden Mark Umsatz, heißt es in dem Bericht.

Die angeblichen Fusionskandidaten kommentieren diesen Bericht nicht. Bestätigt werden von Kirch dagegen Verhandlungen mit der EM.TV & Merchandising AG über einen Verkauf des 50-prozentigen Kirch-Anteils am bisher gemeinsam gehaltenen Kinderfilm-Unternehmen Junior TV. Nicht bestätigen wollen beide Unternehmen dagegen, dass diese Transaktion über einen Tausch realisiert wird. Dem Vernehmen nach will EM.TV im Gegenzug für die Hälfte an Junior TV ihre restlichen 17,5 Prozent an der Formel 1-Dachgesellschaft Slec an Kirch verkaufen. Beide Pakete wären in etwa wertgleich und werden auf jeweils rund eine halbe Milliarde Mark taxiert.

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