Wirtschaft : Kirch- Gruppe: Murdoch hat sich mit Premiere und Sportrechten in den USA verrechnet

fo/TSP

Der australische Medienunternehmer Rupert Murdoch hat ein größeres Engagement bei der hoch verschuldeten Kirch-Gruppe ausgeschlossen. Zugleich kündigte er an: "Wir werden unsere Rechte auf jede erdenkliche Weise geltend machen." Im Oktober kann Murdoch aus dem defizitären Bezahlfernsehsender "Premiere" aussteigen und dafür 1,7 Milliarden Euro verlangen. Einen Tausch gegen weitere Anteile an Premiere werde er nicht akzeptieren, sagte Murdoch in Sydney bei der Veröffentlichung der Zahlen für seine Mediengruppe News Corp. Der Konzern ist über seine britische Fernsehgesellschaft BSkyB mit rund 22 Prozent an dem Kirch-Sender Premiere World beteiligt.

Es sei auch sehr unwahrscheinlich, dass er seinen Anteil an der Produktions- und Rechtegesellschaft Kirch-Media AG, die die börsennotierte Senderfamilie Prosieben-Sat 1 kontrolliert, aufstocke. "Es ist eine so große Summe, dass uns das wahrscheinlich die Kontrolle über das freiempfangbare Fernsehen verschaffen würde und das ergäbe mit Sicherheit politische Probleme", sagte Murdoch, der mehrere US-TV-Sender besitzt und im britischen Zeitungsmarkt eine wichtige Rolle spielt. Murdochs Geschäftsstrategien lassen sich auch am deutschen Markt ablesen. Nach der Wende stieg er für zwei Jahre bei der Ost-Boulevardzeitung "Super" ein, die Allianz mit Bertelsmann und dem französischen Sender Canal Plus dauerte auch nur einige Jahre - wie das Engagement beim Sender Vox.

Murdochs Konzern News Corp. verbuchte im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres Abschreibungen auf seine Beteiligungen von insgesamt 785 Millionen Dollar. Allein das Engagement beim Kirch-Sender Premiere wurde mit 235 Millionen Dollar abgeschrieben. Murdochs Fernsehrechte an der US-Football-, der Baseballprofiliga sowie der Nascar Autorennserie mussten mit weiteren Sonderabschreibungen von 909 Millionen Dollar abgeschrieben werden. New Corp. rutschte im Ende des Jahres 2001 abgeschlossenen zweiten Quartal mit 606 Millionen Dollar in die Verlustzone. Als Grund werden die deutlich unter den Erwartungen liegenden Werbeeinnahmen für diese Veranstaltungen angegeben. Der 11. September, so hieß es, habe das Werbegeschäft zusätzlich gedrückt. Ohne Sondereinflüsse hat die Gruppe im zweiten Quartal 203 Millionen Dollar verdient. Für das Gesamtjahr wird allerdings ein positives Ergebnis erwartet.

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