Wirtschaft : Kirch hilft Springer

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Berlin Der Axel-Springer-Verlag hat dank starker Massentitel wie „Bild“ und einer Sondereinnahme nach einem Vergleich mit der Kirch-Gruppe den Gewinn gesteigert. Konzernchef Mathias Döpfner ließ sich deshalb am Dienstag zu Superlativen hinreißen: „Wir trotzen schon im dritten Jahr der Medienkrise“, sagte er. „Wenn man sich die Zahlen ansieht, könnte man den Eindruck bekommen, es gebe gar keine Krise.“

Einräumen musste Döpfner allerdings, dass im Anzeigengeschäft „keine deutliche Trendwende“ in Sicht sei. 2005 werde ein „ganz schwieriges“ Jahr. Mit Blick auf die gesamtwirtschaftliche Lage sagte der Springer-Chef, er „sehe keinen substanziellen Aufschwung“. Springer plane deshalb vorsichtig und erwarte keine dramatische Wende zum Besseren. Das Jahr 2004 will der Verlag mit einem positiven Ergebnis abschließen.

In den ersten neun Monaten des Jahres stieg der Konzernumsatz um 2,4 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Die Vertriebserlöse stiegen Döpfner zufolge um 2,9 Prozent, die Anzeigenerlöse um 3,3 Prozent. Das operative Ergebnis (Ebita) kletterte um knapp 100 Millionen Euro auf 261,8 Millionen Euro. Damit liege Springer „dramatisch über Plan“, wie Döpfner sagte. Enthalten sind darin allerdings 92,6 Millionen Euro – in bar und in Aktien – aus dem Vergleich mit Leo Kirch um die insolvente Taurus TV GmbH. Springer hatte sich im September nach einem jahrelangen Rechtsstreit um eine millionenschwere Verkaufs-Option mit den Insolvenzverwaltern der zusammengebrochenen Kirch-Gruppe geeinigt. Im Gegenzug für den Verzicht auf Forderungen durfte Springer seine mittelbare Beteiligung am Fernsehkonzern ProSieben Sat1 erhöhen. Döpfner: „Das Thema Kirch ist für Springer außerordentlich erfolgreich abgeschlossen worden.“

Zufrieden zeigte sich Döpfner auch mit Neueinführungen, trotz erheblicher Anlaufverluste. „TV Digital“, „Welt Kompakt“ oder „Jolie“ seien bei den Lesern ausgezeichnet angekommen. Der Umsatzanteil im internationalen Geschäft stieg von 13,9 auf 14,6 Prozent. mot

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