Wirtschaft : Kirch-Krimi mit Fortsetzung

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Von Henrik Mortsiefer

Es gibt frühzeitige Weihnachtsgeschenke für die verbliebenen Mitarbeiter der zusammen gebrochenen KirchGruppe: Der Bauer-Verlag einigte sich am Freitag mit den Sanierern des Medienkonzerns auf einen Kauf von ProSiebenSat1; am Tag zuvor stellte Kirchs Bezahlsender Premiere mit der Beteiligungsgesellschaft Permira seinen neuen Eigentümer vor. Nach dem Chaos, das der Crash des Kirch-Konzerns Mitte des Jahres hinterließ, haben Sanierer und Bieter zuletzt eher lautlos verhandelt – und mit Erfolg. Sowohl Premiere-Chef Georg Kofler als auch die Insolvenzverwalter haben ihren Job offenbar im Griff. Und der mächtige neue Herr im Hause Kirch, der Bauer-Verlag, wusste, was für ihn auf dem Spiel stand, und hat sich deshalb an öffentlichen Spekulationen über die Zukunft der bedeutenden Privatfernseh-Gruppe nicht beteiligt. Die Diskretion zahlt sich nun aus.

Wer freilich den Zerfall und die bisherige Sanierung der Kirch-Gruppe verfolgt hat, mag dem plötzlichen Frieden nicht trauen. Bevor die Verträge unterschrieben werden, sind noch zentrale Fragen zu beantworten: Wie einigen sich Bauer und die Gläubigerbanken mit dem Axel Springer Verlag, der einen Höchstpreis für seinen 11,5-Prozent-Anteil an der TV-Gruppe erzielen will? Flammt der Streit mit Springer neu auf, der immerhin den Anfang vom Ende der Kirch-Gruppe markiert? Macht Springer also von seinem Recht Gebrauch und klagt fast 800 Millionen Euro ein? Welche Lösung finden Gläubigerbanken, Hollywood und Bauer für den milliardenschweren Filmrechtehandel? Der Kirch-Krimi wird im neuen Jahr fortgesetzt.

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