Wirtschaft : Kirch-Pleite: Deutsche Bank hat Sicherheit

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Die Deutsche Bank ist allenfalls indirekt in die Insolvenz von Kirch verwickelt. Sie hat zwar Außenstände in Höhe von rund 650 Millionen Euro beim Münchener Medienunternehmen. Diese Kredite sind allerdings mit dem Kirch-Anteil von rund 40 Prozent an Springer besichert. Bislang werden die Kredite der Deutschen Bank, so ist in Frankfurt zu hören, noch regelmäßig mit Zinsen und Tilgungen bedient. Sollte dies aufgrund der Insolvenz nicht mehr der Fall sein, fällt der Pfand und damit der Springer-Anteil an die Deutsche Bank.

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Allerdings ist er deutlich mehr wert als die ausstehende Kreditsumme. Hypo-Vereinsbank und Dresdner Bank hatten vor wenigen Wochen rund 1,1 Milliarden Euro für das Springer-Paket geboten. Experten schätzen, dass die Anteile möglicherweise sogar noch mehr wert sind. Deshalb müsste die Deutsche Bank das Paket möglichst rasch verkaufen, um einen entsprechenden Überschuss zurück an den Insolvenzverwalter zu überweisen.

Fest steht, dass die Deutsche Bank kein strategisches Interesse am Springerpaket hat. Erklärtes Ziel der Bank ist seit längerem, alle industriellen Beteiligungen abzustoßen. Von einem konkreten Interessenten für die Springer-Anteile ist in Frankfurt noch nichts zu hören. Spekuliert wird über ein Interesse der WAZ-Gruppe, doch ist deren Einstieg kartellrechtlich nicht möglich.

Im Falle Kirch könnte allerdings, so heißt es in Frankfurt, auch der Insolvenzverwalter selbst einen Käufer suchen und aus dem Erlös die Forderungen der Deutschen Bank bedienen. Allerdings erst, wenn das Insolvenzverfahren eröffnet ist. Ob dann der Überschuss aus der Verwertung voll der Konkursmasse zugeschlagen werden kann, ist offen. Experten vermuten, dass sich andere Banken Zweitrechte auf entsprechende Erlöse gesichert haben.

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