Wirtschaft : Kirch verhandelt wieder über Kredit

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Die Kirch-Gruppe wird in der kommenden Woche die Gespräche mit der Dresdner Bank über einen im Dezember 2001 verlängerten Kredit von 450 Millionen Euro wieder aufnehmen. Das mit rund sechs Milliarden Euro verschuldete Unternehmen hatte von der Bank einen Zahlungsaufschub bis Mitte Januar ausgehandelt. "Die Entscheidung, ob Kirch zahlen kann, ist noch nicht gefallen", hieß es am Freitag in Finanzkreisen. Eine spürbare Reduzierung der Schuldenlast ist allerdings nicht in Sicht.

Vor allem Kirchs verlustreiches Pay-TV-Geschäft tritt auf der Stelle. Wie erwartet blieb der Bezahlsender Premiere World im vergangenen Jahr deutlich hinter den Erwartungen zurück. Die Zahl der Abonnenten habe zum Jahresende bei 2,412 Millionen gelegen, teilte das Unternehmen am Freitag in München mit. Damit sei die Kundenzahl seit Ende Dezember 2000 zwar um fünf Prozent oder 110 000 gestiegen. Seit dem Sommer stagnierte das Neugeschäft aber.

Intern wird schon seit längerem eingeräumt, dass bei der Vermarktung des Bezahlsenders Fehler gemacht wurden. Kirch-Vize Dieter Hahn hatte Ende 2001 erklärt, dass Premiere 2001 deutlich mehr als 500 Millionen Euro Verlust gemacht hat. Im Laufe der nächsten Monate soll deshalb mit einer Marketingoffensive und neuen Geräten, die dem MHP-Standard genügen, das Neugeschäft angekurbelt werden. "Auch wir haben die Konsumzurückhaltung zu spüren bekommen", sagte Finanzgeschäftsführer Michael Börnicke. Als Flop erwies sich das zu Weihnachten angebotene Sechs-Monatsangebot mit Decoder. 40 Prozent dieser "Schnupper-Kunden" sprangen Börnicke zufolge wieder ab. Für 2002 rechnet man nun mit einem Rückgang der Kündigungsrate. Einen Schub erwartet der Sender vor allem von der Übertragung der Olympischen Winterspiele und der Fußball-WM im Sommer.

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