Wirtschaft : Kirch will DSF im Alleingang betreiben

MÜNCHEN/MAILAND (AFP).Der bisherige DSF-Mehrheitsaktionär Leo Kirch hat vom Medienkonzern Fininvest des ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi auch die übrigen Anteile am TV-Spartensender Deutsches Sport-Fernsehen (DSF) gekauft.Wie der Sprecher der Kirch-Gruppe, Johannes Schmitz, am Dienstag in München sagte, steht der Schritt noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Aufsichtsbehörden.Über den Kaufpreis für den 33,5prozentigen DSF-Anteil der Fininvest wollte Schmitz keine Angaben machen.Nach Angaben der italienischen Wirtschaftszeitung "Il Sole 24 Ore" bot der Münchner Medienunternehmer dafür 180 Mrd.Lire (181 Mill.DM).

Die Fininvest-Beteiligung an dem deutschen Privatsender habe seit Jahren nur Verluste eingefahren, berichtete das Blatt.Die Kirch-Gruppe hielt bisher bereits die übrigen 66,5 Prozent an DSF.Schmitz betonte, der Kauf der DSF-Anteile sei den deutschen Medienbehörden bereits im vergangenen Herbst angemeldet worden.Der Sender sollte demnach in die Allianz der Konzerne Kirch und Bertelsmann beim Digital-TV eingebracht werden.Die EU-Kommission hatte im Mai ihr Veto gegen die Allianz eingelegt; dagegen zog Kirch inzwischen vor den Europäischen Gerichtshof.Wegen der bundesweiten Verbreitung des Senders ist die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) für die Änderungen in der DSF-Teilhaberschaft zuständig.Die Akten liegen nach Angaben der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien seit November bei der KEK.Wann die Potsdamer Kommission eine Entscheidung fällen wollte, war zunächst unklar.In Kreisen der Medienaufsicht hieß es, eine Prüfung allein der DSF-Anteile sei wegen der beantragten Digital-TV-Allianz wenig sinnvoll.

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