Klage eingereicht : Programmierer will Anteil an Facebook

In einem skurrilen Rechtsstreit fordert der Programmierer Paul Ceglia einen Anteil von 84 Prozent an dem Unternehmen Facebook. Dazu hat er Klage bei einem New Yorker Gericht eingereicht. Die Vermögenswerte von Facebook wurden derweil eingefroren.

Berlin - Es ist die Geschichte eines märchenhaften Erfolges, die den Neid vieler Menschen weckt: Im Jahr 2004 gründete Mark Zuckerberg, damals 20 Jahre alt, gemeinsam mit Kommilitonen Facebook. Was als eine Bilderseite an der Universität Harvard begann, ist heute das größte soziale Netzwerk im Internet. Mehr als 400 Millionen Mitglieder weltweit nutzen Facebook, um online mit Bekannten und Freunden in Verbindung zu bleiben. Aus dem Studenten der Psychologie, der nie einen Abschluss machte, ist der wohl jüngste lebende Milliardär geworden. Ähnliches will der Programmierer Paul Ceglia offenbar auch. In einem skurrilen Rechtsstreit mit Facebook, fordert er einen Anteil von 84 Prozent an dem Unternehmen, dessen Wert auf mehr als sechs Milliarden Dollar geschätzt wird.

Ceglia behauptet, 2003 von Zuckerberg mit der Entwicklung einer Internetseite namens „The Face Book“ oder „The Page Book“ beauftragt worden zu sein. Dafür sei ein Honorar von 1000 Dollar und ein 50-Prozent-Anteil an der Seite vereinbart worden. Zudem sei Ceglia ein weiteres Prozent zugesagt worden für jeden Tag, bis die Website online geht, weshalb Ceglia nun 84 Prozent der Seite für sich reklamiert.

Ende Juni reichte Ceglia seine Klage bei einem Bezirksgericht im Bundesstaat New York ein. Facebook nannte die Klage unseriös und will entschlossen dagegen vorgehen. Die New Yorker Justiz ordnete unterdessen an, alle Vermögenswerte von Facebook einzufrieren, bis der Rechtsstreit geklärt ist. Ein Facebook- Sprecher erklärte, diese Entscheidung habe keinen Einfluss auf den Betrieb der Seite. Der Umsatz von Facebook liegt Schätzungen zufolge bei 700 Millionen bis 800 Millionen Dollar im Jahr.

Nach Informationen des „Wall Street Journal“ hat Ceglia bereits anderweitig mit der Justiz zu tun. Er wird demnach beschuldigt, Kunden seines Holzbrennstoffgeschäfts betrogen zu haben. vis/dpa

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