Klage gegen McDonald's : Happy Meal soll vom Tisch

US-Mutter klagt wegen verführerischer Spielzeuge gegen das Happy Meal von McDonald's. Auch hiesige Experten sehen Kindermenüs kritisch.

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Berlin - Eine Mutter aus dem kalifornischen Sacramento hat gegen die Schnellrestaurantkette McDonald’s eine Sammelklage wegen der Verführung von Kindern zu ungesundem Essen durch Spielzeuggeschenke initiiert. Monet Parham setzte sich an die Spitze einer Klage gegen das von dem Unternehmen angebotene Kindermenü Happy Meal, das außer Essen und einem Getränk auch ein Spielzeug enthält. Das Menü ist variabel: In den USA wie in Deutschland kann man statt Hamburger mit Pommes zum Beispiel Hühnchen und Obststücke bestellen

Als Grund für ihr Engagement nannte Parham ihre sechs Jahre alte Tochter Maya, die vor allem wegen der Spielzeuge bei McDonald’s essen wolle. „Ich sorge mich um die Gesundheit meiner Kinder und bin der Meinung, dass McDonald’s in ihrer Entwicklung möglichst wenig Raum einnehmen sollte“, sagte sie.

Unterstützt wird die Sammelklage vom Zentrum für öffentliche Gesundheit CSPI, das darauf verweist, dass kleine Kinder noch nicht in der Lage seien, Werbemaßnahmen als solche zu erkennen. McDonald’s kündigte bereits an, sich gegen die Klage zur Wehr zu setzen. Im Oktober hatte die Stadtverwaltung von San Francisco entschieden, im Kampf gegen Fettleibigkeit ab Dezember kommenden Jahres Geschenke in McDonald’s-Kindermenüs zu verbieten, wenn bei dem verkauften Essen nicht bestimmte Höchstgrenzen bei Kalorien, Salz, Fett und Zucker eingehalten würden. McDonald’s-Chef Jim Skinner kritisierte die Happy-Meal-Gegner als „Lebensmittelpolizei“, die versuche, Verhalten über Gesetze zu diktieren. „Wir werden das Happy Meal weiter verkaufen“, kündigte er in der „Financial Times“ an. Die Verordnung in San Francisco nehme den Familien ihre Wahlfreiheit. Dabei seien sie „mehr als in der Lage, ihre Entscheidungen ganz allein zu treffen“. Trotz der Debatte in den USA über Fettleibigkeit ist die kalifornische Stadt bisher allein mit der Initiative. Nach offiziellen Statistiken gilt jedes fünfte Kind zwischen sechs und acht Jahren als fettleibig. Die Zahl hat sich innerhalb von 30 Jahren verdreifacht.

Auch Verbraucherschützer in Deutschland sehen das Angebot von McDonald’s kritisch. „Das Happy Meal verknüpft ungesundes Essen mit Spielzeug“, sagt Armin Valet, Ernährungsexperte der Verbraucherzentrale Hamburg. Eine Sammelklage wie in den USA funktioniere hierzulande jedoch nicht. „Es wäre aber sinnvoll, wenn es auch in Deutschland möglich wäre, das Happy Meal zu verbieten“, sagte Valet. Generell finden die Verbraucherschützer, dass Kinder unter zwölf Jahren keiner Werbung ausgesetzt werden sollten. „Zudem sollte die Werbung gegenüber Kindern insgesamt eingeschränkt werden“, sagte Valet. AFP/jmi

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