Wirtschaft : Klage gegen PWC und TUI

Babcock-Großaktionär will 15 Millionen Euro Schadensersatz

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Berlin (dpa/fo). Der US-Großaktionär Guy Wyser-Pratte hat nach der Insolvenz des Oberhausener Maschinenbaukonzerns Babcock Borsig unter anderem wegen des umstrittenen Verkaufs der HDW-Werft eine Schadensersatzklage in Millionenhöhe vor einem New Yorker Gericht erhoben. Die Klage richte sich gegen den ehemaligen Vorstandschef Klaus Lederer, Aufsichtsratschef Friedel Neuber (WestLB), den TUI-Konzern (ehemals Preussag) und den neuen Besitzer der Kieler HDW-Werft, die US-Firma One Equity Partners (OEP). Das erklärte Wyser-Prattes deutscher Anwalt Thomas Heidel in Bonn. Der Schaden belaufe sich auf mindestens 15 Millionen Euro, sagte Heidel.

Wyser-Pratte war vor zwei Jahren bei Babcock-Borsig eingestiegen und hält acht Prozent der Aktien. Der US-Investor wehrte sich von Anfang an gegen den Verkauf der Werftentochter weil er darin das Zukunftsgeschäft des Babcock-Konzerns sah. Erst vor wenigen Tagen stimmte der Gläubigerausschuss des insolventen Maschinenbauers dem Verkauf der restlichen 25 Prozent von HDW an OEP zu. Der Wyser-Pratte-Anwalt sagte weiter: „Die Beklagten, darunter auch die PWC-Wirtschaftsprüfung, haben sich nach Auffassung meines Mandanten zusammengeschlossen, um die Babcock-Aktionäre zu schädigen.“ So habe Neuber als Aufsichtsratschef von TUI mitgeholfen, auf dem Weg des Preussag- Konzerns zum Touristikunternehmen wertlose Firmenteile an Babcock zu übertragen. PWC habe laut Klage den Verkauf der Mehrheit an der Kieler Werft HDW durch falsche Testate gedeckt.

Nach Anzeigen von Wyser-Pratte und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) ermittelt auch die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft gegen Lederer wegen Untreue und Insolvenzverschleppung. Im Kern geht es dabei um den Vorwurf, Lederer habe Babcock durch den Verkauf der HDW-Mehrheit wissentlich in die Zahlungsunfähigkeit getrieben. Nach der Transaktion war Lederer bei Babcock als Vorstandschef zurückgetreten und führt heute die HDW.

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