Wirtschaft : „Klagen laufen ins Leere“

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Die Deutsche Telekom wird keine finanzielle Vorsorge für den Fall treffen, dass sie in den anstehenden Prospekthaftungsklagen Schadenersatz zu zahlen hat. „Die Dinge laufen ins Leere“, sagte TelekomChef Kai-Uwe Ricke. „Ich bin der festen Überzeugung, dass wir uns nichts vorzuwerfen haben.“ Telekom-Finanzchef Karl-Gerhard Eick erklärte gegenüber dem Tagesspiegel: „Ich gehe nicht davon aus, dass es überhaupt zu einer Prozesseröffnung kommt.“ Er verwies jedoch darauf, dass die Klagen der Telekom und ihren Rechtsberatern derzeit „eine Menge Arbeit“ bereiteten. In diesem Jahr müssten auch einige Telekom-Mitarbeiter in die USA reisen, um dort als Zeugen vernommen zu werden.

Was die Klagen die Telekom bereits gekostet haben, bevor es überhaupt zu einer Verhandlung gekommen ist, wollte Eick nicht sagen. „Die genaue Summe kenne ich nicht“, sagte er. Die Aktionäre, die Prospekthaftungsklagen beim Landgericht Frankfurt (Main) eingereicht haben, werfen der Telekom vor, beim dritten Börsengang des Unternehmens im Sommer 2000 unrichtige Angaben im Prospekt gemacht zu haben. Mehrere Anwaltskanzleien vertreten einige Hundert klagende Telekom-Aktionäre. Der Münchner Anleger-Anwalt Andreas Tilp schätzt das Risiko für die Telekom aus den Prozessen auf einen niedrigen dreistelligen Millionen Eurobetrag, sollten die Kläger Erfolg haben. Bis jetzt gibt es aber immer noch keinen mündlichen Verhandlungstermin, obwohl die ersten Klagen bereits 2001 eingereicht worden sind.

Neben diesen zivilrechtlichen Klagen auf Schadenersatz läuft in Bonn auch ein Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen Telekom-Chef Ron Sommer und den früheren Finanzvorstand Joachim Kröske wegen des Verdachts auf Kapitalanlagebetrug. vis

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