Wirtschaft : Klamme Fluglinien gehen zusammen

American Airlines und US Airways fusionieren zu einer der größten Fluggesellschaften der Welt.

New York - American Airlines und US Airways schließen sich zusammen und bilden gemessen an den absolvierten Meilen der Passagiere die weltgrößte Fluggesellschaft. Die wirtschaftlich seit Jahren chronisch schwächelnden Unternehmen wollen der Ankündigung vom Donnerstag zufolge so ihre Chancen im Markt gegenüber Delta und United Continental verbessern. Analysten bewerten den Schritt, über den seit über einem Jahr verhandelt wurde, positiv.

Die Verwaltungsräte von US Airways und der insolventen American-Muttergesellschaft AMR haben bereits ihr Okay gegeben. Nun müssen noch das zuständige Insolvenzgericht und die Aktionäre von US Airways zustimmen. Auch die Kartellbehörde muss ihren Segen geben, hatte derartige Pläne bisher aber selten vereitelt. Die Fusion soll im dritten Quartal abgeschlossen sein.

Zusammen kommen die Airlines auf einen Umsatz von knapp 39 Milliarden Dollar (29 Milliarden Euro). Das ist kaum mehr, als der Lufthansa-Konzern erlöst, allerdings würden die fusionierten Amerikaner mehr Passagiere über längere Strecken befördern. Das neue Unternehmen soll unter dem Namen der dominanten American Airlines fliegen und den Sitz am American-Standort Fort Worth in Texas behalten. Zudem soll die Gesellschaft im Bündnis Oneworld bleiben, in dem auch Air Berlin Mitglied ist. US Airways verlässt dafür Lufthansas Star Alliance.

Die neue American Airlines wird pro Tag 6700 Flüge zu 336 Zielen in 56 Ländern anbieten. An der Bestellung von gemeinsam 600 neuen Jets halten die Partner fest. Für die Fusion soll kein Geld fließen. Geplant ist ein Aktientausch. Der Wert der neuen Firma beläuft sich auf elf Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Delta kommt an der Börse auf einen Marktwert von 12,4 Milliarden Dollar, United Continental auf 8,7 Milliarden. Lufthansa ist rund 9,5 Milliarden Dollar wert. dpa/rtr

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