Klaus-Dieter Teufel : Abschied mit Saxofon

Mehr als 30 Jahre stand Klaus-Dieter Teufel in den Diensten der Unternehmen in Berlin und Brandenburg. Alfons Frese traf den 65-Jährigen Verbands-Dino im Berliner Naturkundemuseum. Ein Ortstermin.

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Ein bisschen in Sorge waren die Gäste schon, als Trompeten und Saxofone durch die Halle schmetterten: Hoffentlich halten die Dinos das aus! Das Bop-Orchester – Bop steht für „berufsorientierter Projektunterricht“ – der Charlottenburger Friedensburg-Oberschule – machte ordentlich Dampf am Montagabend im Naturkundemuseum. Die Skelette können das ab. Und den mehr oder weniger grauen Bildungspolitikern und Verbandsherrschaften tun jugendliche Musikanten sowieso gut, da sie die Müdigkeit nach Festansprachen vertreiben.

Aber es war gar nicht so schlimm an diesem Abend. Werner Gegenbauer, ehemals IHK-Präsident und nun in gleicher Funktion bei Hertha BSC engagiert, machte es kurz. Und er wurde sogar ganz gut, als er vom Manuskript abwich: „Wenn es um Jugendliche und Schule ging, um Weiterbildung und Qualifizierung, dann war Herrn Teufel die politische Farbenlehre wurscht. Davor ziehe ich meinen Hut.“

Klaus-Dieter Teufel und der Verein Plus e. V. (für praktisches Lernen und Schule) hatten aus zwei Gründen eingeladen: Der Verein feierte 25. Geburtstag und Teufel, kürzlich 65 geworden, seinen Abschied aus diversen Ämtern. 37 Jahre war er tätig für den Verband der Metallindustrie, die Unternehmensverbände (UVB) und das Bildungswerk der Wirtschaft in Berlin und Brandenburg, dabei einige Jahrzehnte als Geschäftsführer. Teufel, das stellte Gegenbauer heraus, war Erfinder des Ausbildungsverbundes in den 70er Jahren und der ersten Weiterbildungsmesse; Projekte für Geringqualifizierte und überhaupt eine bessere Zusammenarbeit von Schule und Betrieb waren seine Sache. Als Initiator der Deutsch-Polnischen Bildungsstiftung der Wirtschaft verdiente er sich das Kavalierskreuz der Polen. Gute Nachbarschaft liegt ihm am Herzen, auch zum Land Brandenburg, wo er nach der Wende Kontakte knüpfte und die Notwendigkeit einer abgestimmten Politik auf dem gemeinsamen Arbeitsmarkt betonte. Schwierig genug.

„Dass wir in Berlin und Brandenburg mit zwei Regierungen zu tun haben, hat die Sache nicht leichter gemacht“, erinnerte sich Teufel. Das war aber auch schon der einzige Ansatz eines zarten Misstons an diesem Abend. „Ich hatte Glück“, resümierte Teufel seine Karriere und machte diese Einschätzung an Umständen fest, die heute selten sind: fast vier Jahrzehnte bei einem Arbeitgeber, dort einen „schnellen beruflichen Aufstieg“ erlebt und viele Menschen aus unterschiedlichen Bereichen kennengelernt. Auch bei Plus e. V., dem Verein, den er mitgegründet hat, um Theorie mit Praxis zu verbinden: „Verstehen fängt mit Selbermachen an“. Nicht nur bei Kindern. Das eigene Engagement, auch in einer Stiftung mit seiner Ehefrau, hat Klaus-Dieter Teufel selbst bereichert.

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