• Klaus Mangold, Vorstandschef der Debis AG über den Verkauf des Systemhauses an die Telekom (Interview)

Wirtschaft : Klaus Mangold, Vorstandschef der Debis AG über den Verkauf des Systemhauses an die Telekom (Interview)

Mit 11 Milliarden Mark wird das Systemhaus deutlic

Mit 11 Milliarden Mark wird das Systemhaus deutlich niedriger bewertet, als zuvor mit 15 Milliarden Mark geschätzt wurde. Warum?

Es gab auch Spekulationen, die lagen nur bei 6 Milliarden Mark. Wir liegen da in einer sehr guten Mittellinie. Wir können mit dem Preis sehr zufrieden sein.

Wieviel zahlt die Telekom für die Mehrheit an dem Joint Venture?

Zur Höhe kann ich nichts sagen. Wir haben darüber Stillschweigen vereinbart. Aber einen Geldfluss wird es auch schon im Jahr 2000 geben.

Wird das Gemeinschaftsunternehmen an die Börse gebracht?

Das hängt von den Plänen der Telekom ab. Ein Börsengang ist in den Verträgen, die wir gemacht haben, nicht ausgeschlossen.

Wie lange wollen Sie die Finanzbeteiligung halten?

Es handelt sich nicht um eine reine Finanzbeteiligung. Wir halten zunächst einmal weiter 49,9 Prozent der Anteile an dem Joint Venture. Das ist für uns nach wie vor ein unternehmerisches Engagement. Wie lange wir sie halten werden, das ist noch offen.

Nach dem Verkauf von Debitel und dem Ausstieg aus dem IT-Geschäft bleibt noch das Finanzdienstleistungsgeschäft rund um DaimlerChrysler-Fahrzeuge für die Debis.

Finanzdienstleistungen waren schon vorher unser Kerngeschäft. Man sollte nicht vergessen, dass das Systemhaus nur 20 Prozent des Debis-Umsatz ausmachte. Wir werden nun die Finanzdienstleistungen stark ausbauen und zwar sowohl im Fahrzeuggeschäft als auch im Nicht-Fahrzeuggeschäft. Letzteres machte zu Jahresbeginn 16 Milliarden Mark aus. Im übrigen bringt uns die Zusammenarbeit mit Mitsubishi erhebliche Chancen in den Finanzdienstleistungen - und zwar weltweit.

Wie groß sind diese Chancen?

Mitsubishi hat ein eigenes Finanzierungsgeschäft, ist aber sehr daran interessiert, dieses mit uns kräftig auszubauen. Das gilt vor allem für die Märkte, wo Mitsubishi in den nächsten Jahren stark wachsen will - so in Europa und den USA. Deshalb eröffnet das für beide Partner eine Menge neuer Möglichkeiten. Für Mitsubishi bedeutet das sicher eine Absatzverstärkung durch neue, intelligente Finanzdienstleistungen. Uns gibt es die Chance unser Portfolio nachhaltig zu erhöhen.

Was heißt dabei nachhaltig?

Mitsubishi verkauft in den USA und Westeuropa jährlich rund 500 000 Einheiten. Das ist dann etwa der Markt, auf den wir gemeinsam zugehen.

Sie persönlich haben sich lange gegen einen Verkauf des IT-Hauses ausgesprochen. Bleiben Sie als Vorstandschef bei der Debis?

Ich werde mich jetzt ganz stark auf das Thema Finanzdienstleistungen konzentrieren. Ich hatte bisher Spaß an meiner Arbeit, ich werde auch in Zukunft Spaß an meiner Arbeit haben.Mit Mangold sprach Andreas Mihm

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