• Klaus Schucht gestorben: Der ehemalige Treuhand-Manager und Wirtschaftsminister in Sachsen-Anhalt wurde 70 Jahre alt

Wirtschaft : Klaus Schucht gestorben: Der ehemalige Treuhand-Manager und Wirtschaftsminister in Sachsen-Anhalt wurde 70 Jahre alt

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Seine Berufung in der Landesregierung von Sachsen-Anhalt hat in den Reihen der Sozialdemokraten seinerzeit nicht nur Freude hervorgerufen: Das frühere Direktoriumsmitglied der Treuhandanstalt hatte den Ruf eines Plattmachers. Das wies Klaus Schucht stets zurück. "Das einzige, was ich wirklich platt gemacht habe, war das Kalibergwerk in Bischofferode", sagte er gern. Bei seinem erstem Auftritt als Wirtschaftsminister von Sachsen-Anhalt hielt er eine alles andere als geglückte Rede vor demonstrierenden Buna-Werkern. "Buna ist doch nur ein Furz in der Weltgeschichte der Chemieindustrie", rief Schucht und verursachte damit ein Protestgewitter. Doch er wusste, was er sagte. Ohne das Engagement von Dow Chemical und den damit verbundenen Kompromiss bei der Zahl der Arbeitsplätze wäre die Privatisierung von Buna gescheitert.

Schucht kannte sich aus mit dem Wandel in strukturell bedrängten Regionen. Der studierte Bergbau-Ingenieur wurde 1969 Mitglied des Vorstands der Ruhrkohle AG in Dortmund und war von 1976 bis 1991 deren Vorstandssprecher. Nach seiner Demission aus der Landesregierung von Sachsen-Anhalt im Februar 1999 wurde er Aufsichtsratsvorsitzender der Mitteldeutschen Braunkohle AG. Die letzte selbst gestellte Aufgabe konnte Klaus Schucht nicht mehr vollenden. Aus seiner Verbundenheit zu Sachsen-Anhalt hatte er sich vorgenommen, für die Ansiedlung des geplanten neuen BMW-Werkes in Sachsen-Anhalt zu werben. In der Nacht zum Freitag ist Klaus Schucht in der Schweiz gestorben.

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