Wirtschaft : Klaus von Dohnanyi schlichtet Piloten-Streit Lufthansa und Gewerkschaft auf Kompromisskurs

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Frankfurt am Main - Im Tarifstreit zwischen der Lufthansa und ihren Piloten wird der ehemalige Hamburger Bürgermeister Klaus von Dohnanyi (SPD) die Rolle des Schlichters übernehmen. Lufthansa und die Pilotengewerkschaft Cockpit hätten sich auf Dohnanyi geeinigt, sagte eine Unternehmenssprecherin am Donnerstag. Er hatte bereits 2003 im Streit zwischen der Lufthansa und der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi geschlichtet. Als Schlichter war auch Altbundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) im Gespräch gewesen. Die Sprecherin machte keine Angaben, wann die Verhandlungen zwischen den Tarifparteien wieder aufgenommen werden sollen.

Der Tarifstreit zwischen der Lufthansa und den Piloten schwelt seit Monaten. Ende Februar mündete er in einen Streik, der aber bereits einen Tag nach einem Vergleich zwischen den Tarifparteien vor dem Frankfurter Arbeitsgericht abgebrochen wurde. Er soll nach Unternehmensangaben Schäden von rund 50 Millionen Euro verursacht haben, 2000 Flüge fielen damals aus. Konzern und Piloten wollten danach weiterverhandeln, kamen aber zu keinem Ergebnis. In der vergangenen Woche bot die Lufthansa den Flugzeugführern an, den Streit in einem Schlichtungsverfahren zu regeln.

Die 4500 Piloten bei der Lufthansa kämpfen für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Die Gewerkschaft Cockpit sieht die Gefahr, dass die Lufthansa zunehmend Verbindungen von ausländischen Tochtergesellschaften bedienen lässt, deren Piloten weniger verdienen. Ein Streik bei den Fluglotsen war dagegen in der vergangenen Woche auch angesichts der Vulkan-Asche und des Chaos am europäischen Himmel noch abgewendet worden. AFP/rtr

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