Wirtschaft : Klavierbauer Bechstein expandiert

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Berlin Der traditionsreiche Klavierbauer C. Bechstein ist wieder auf Wachstumskurs. In den ersten neun Monaten 2004 verkaufte das Unternehmen 3240 Instrumente – nach knapp 2700 im Vorjahreszeitraum. Bei Umsatz und Gewinn konnte C. Bechstein ebenfalls zulegen. „Wir sind gegen den Trend gewachsen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Karl Schulze. Nun errichtet der Klavierbauer auch Werke in Tschechien und China.

Noch vor wenigen Jahren stand es um das Unternehmen deutlich schlechter. So war es nach der Übernahme des sächsischen Klavierbauers „Sächsische Pianofortefabrik“ fast konkurs gegangen. Und als Ende 2002 der südkoreanische Billigproduzent Samick die Mehrheit an dem Qualitätshersteller übernahm, rümpften nicht wenige Klavierliebhaber die Nase.

Doch diese Probleme sind passé. So baut C. Bechstein nun ein Werk in Shanghai, in dem ab April 2005 jährlich 1200 bis 2000 Klaviere und Flügel für den chinesischen Markt gebaut werden sollen. Auch im tschechischen Hradec Králové hat das Unternehmen mit dem Bau eines Werks begonnen, in dem 50 Mitarbeiter Mittelklasse-Flügel produzieren sollen.

Um diese Aktivitäten zu finanzieren, plant C. Bechstein für die zweite Novemberhälfte eine Kapitalerhöhung. Zu einem Preis von sieben Euro sollen 640 000 neue Aktien ausgegeben werden. Derzeit liegt der Kurs zwischen sieben und acht Euro. Schulze zufolge wird auf die neuen Aktien bereits für das laufende Geschäftsjahr eine volle, steuerfreie Dividende von „gut vier Prozent“ ausgeschüttet. Der Hauptaktionär Samick werde sich an der Erhöhung nicht beteiligen und seinen Anteil von 57 Prozent auf 40 Prozent zurückfahren, sagte Schulze. „Das deutsche Gewicht im Unternehmen nimmt wieder zu.“

In den ersten neun Monaten dieses Jahres kam C. Bechstein auf ein Ergebnis von 0,2 Millionen Euro – im Vorjahreszeitraum waren es noch 0,1 Millionen Euro Verlust. Der Umsatz stieg von 16,5 auf 17,9 Millionen Euro. Im kommenden Jahr soll der Absatz auf über 5000 Instrumente und der Umsatz auf rund 35 Millionen Euro steigen. anw

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