Wirtschaft : Kleider machen Karriere

Seriös und pfiffig: Das Etuikleid fürs Büro

Wer sich im Job einer vorgeschriebenen Kleiderordnung unterwerfen muss, sollte das positiv sehen: Das macht die Suche nach dem passenden Outfit einfacher. Und Mode für den Job ist keinesfalls langweilig: Vor allem der Evergreen, das Etuikleid, ist aktueller und pfiffiger denn je – mit vielfältigen Schnitten, tollen Farben und aufreizenden Details.

Ein Businesskleid verleiht seiner Trägerin eine kompetente, selbstsichere und seriöse Ausstrahlung. Das Etuikleid schmiegt sich einerseits eng um den Körper. Dabei ist es andererseits lang und mit geradem oder ovalem Ausschnitt hochgeschlossen genug fürs Büro. Die Form steht im Vordergrund, meist hat es wenig Details und wirkt daher dezent.

Lange trugen Frauen, die einer beruflichen Beschäftigung nachgingen und seriös gekleidet sein mussten, mindestens knielange Röcke, die sie mit Bluse und Jackett kombinierten. 1954 entwarf Designerin Coco Chanel auf Basis dessen ihre Kombination aus engem Rock und gerader Jacke ohne Kragen und einreihigen Goldknöpfen: das Chanel-Kostüm.

Dessen schnörkelloser Stil findet sich im Etuikleid wieder, das erstmals schon in den 30er Jahren in Mode kam, aber erst in den 60ern von Trägerinnen wie der US-Schauspielerin Audrey Hepburn und Präsidenten-Gattin Jackie Kennedy berühmt gemacht wurde. Auch Chanel brachte solche Kleider dann heraus.

Lange sah man darin eben die züchtige Gattin oder die flotte Sekretärin, heute schreibt man es der strengen Bankerin und fleißigen Betriebswirtin zu, deren Firmen einen strengen Dresscode haben. Doch der Zeitgeist hat längst Einfluss auf dieses Kleid genommen – und es auch in Firmen mit lockeren Regeln gebracht.

Man müsse sich im Outfit wohlfühlen, sagt die Trendexpertin Elke Giese. Deshalb findet man heute ein Etuikleid, das nicht mehr eng am Körper anliegt. Statt schwarz, dunkelblau oder beige sind viele Kleider pink oder sogar gestreift. Auch die Stoffwahl hat sich verändert. Lange war der Tweedstoff erste Wahl. Heute sieht man das Etuikleid auch aus Seidenchiffon, Viskose sowie Nappa- und Veloursleder. Die Details können aufwendiger sein. Es gibt Spitzeneinlagen, Metall-Applikationen oder Knopfleisten.

Das Schlichte lässt sich vielfältig kombinieren und schnell vom Büro-Outfit zum Outfit für die Afterwork-Party gestalten. „Weil es sich eher zurücknimmt, wirken auffällige Ohrringe, XL-Ketten und eine metallische Clutch-Schatulle besonders edel“, rät Ingo Brack von der Modeschule Esmod in München. dpa

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