Wirtschaft : Kleinaktionärs-Vertreter gegen Finanzreform

Bankenhaftung nicht einschränken
MÜNCHEN (tmh).Die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) hat Gesetzgeber, Spitzenmanager und Banken wegen Benachteiligung von Kleinaktionären heftig kritisiert.Die Aktienrechtsreform solle eigentlich Kontrolle und Transparenz fördern, sagte SdK-Vorstand Anneliese Hieke am Dienstag in München.Eine wirkliche Haftung von Aufsichtsräten und Vorständen werde es aber auch weiterhin nicht geben.Gegen sie gerichtete Schadenersatzklagen blieben wegen der Prozeßkosten für Kleinaktionäre unbezahlbar.Die Unternehmen selbst müßten zwingend verpflichtet werden, Verfehlungen von Managern zu ahnden, fordert die SdK.Ferner solle man die Zahl der Aufsichtsratsmandate auf maximal sieben pro Person beschränken.Speziell die Macht der Banken will die SdK einschränken.Diese dürften nur dann einen Sitz im Aufsichtsrat beanspruchen, wenn sie kein Großkreditgeber des Unternehmens sind.An Nicht-Banken sollen sich Kreditinstitute künftig nur mehr mit maximal zehn Prozent beteiligen dürfen.Auch die angestrebte Bezahlung von Vorständen über Unternehmensaktien wird von der SdK gerügt.In Deutschland würden Spitzenmanager künftig in der Bezahlung US-Kollegen gleichgestellt, ohne deren Haftungsniveau übernehmen zu müssen.Die SdK kritisiert zudem die geplante Verkürzung der Verjährungsfristen bei falscher Anlageberatung von 30 auf drei Jahre.Negative Resultate träten oft erst nach längerer Zeit zutage.

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