Wirtschaft : Kleine Autos boomen

Der Spielwarenhersteller Simba-Dickie will mit neuen Modellen des Bobby Cars auch 2005 wachsen

Jenni Roth

Berlin - Der Spielwarenhersteller Simba-Dickie will im laufenden Jahr mit Modellvarianten des „Bobby Cars“ den Markt aufrollen. Neben dem roten Klassiker sollen 2005 das neue „Bobby Bike“ und ein „Bobby Bob“ präsentiert werden. „Die Weichen sind auf Wachstum gestellt“, sagte Michael Sieber, Chef des Fürther Unternehmens, am Freitag. Der Spielwarenhersteller will an den Erfolg des Geschäftsjahres 2004 anknüpfen. Man strebe ein Umsatzplus um fünf Prozent auf 300 Millionen Euro an, sagte Sieber.

Dank der Übernahme der Firma Big im vergangenen Frühjahr, die unter anderem das Bobby Car herstellt, stieg der Umsatz von Simba-Dickie um 3,6 Prozent auf 286 Millionen Euro, 16 Millionen entfielen allein auf Big. Ohne den Zukauf wäre das Wachstum um zwei Prozent zurückgegangen. Vor allem ein Preisverfall und der schwache Dollar hätten eine Rolle gespielt, hieß es. Diese Entwicklung spiegelt den Branchentrend in Deutschland wider: Die Lage sei hier von „Stagnation und sinkenden Umsätzen“ geprägt, gab das Marktforschungsinstitut „Eurotoys“ in Nürnberg bekannt. Simba-Dickie bedient das mittlere und untere Preisniveau und rechnet sich deshalb auch Wachstumschancen in den neuen EU-Mitgliedsstaaten aus. „Dort herrscht großer Nachholbedarf“, sagte Sieber. Niederlassungen gibt es bereits in Ungarn, Tschechien, Russland und Polen. Zudem will Simba-Dickie durch ein Joint-Venture mit der italienischen Giochi-Preziosi-Gruppe den Markt in Italien stärker erschließen. Hierzulande arbeiten die Spielwarenhersteller schon mal mit der Autoindustrie zusammen. Die Entwicklungsabteilungen von Porsche und Daimler-

Chrysler tüfteln gemeinsam mit Big den Porsche und Mercedes für die kleine Kundschaft aus – mit Erfolg. Offenbar gefällt auch chinesischen Kindern der Mercedes-Stern auf ihrem Rutschfahrzeug: Derzeit eröffnet Big Filialen unter anderem in Shanghai. Doch noch verkauft Simba-Dickie die meisten Spielwaren ins europäische Ausland. Simba-Dickie mit den Marken Schuco, Noris, Tamiya und Eichhorn beschäftigt weltweit 760 Mitarbeiter, in Deutschland sind es 510. Das Sortiment, das überwiegend in China produziert wird, umfasst Holzspielzeug, Puppen, Spiele, Bücher und ferngelenkte Fahrzeuge. Unternehmenschef Sieber verspricht sich neue Impulse für die Branche von der Nürnberger Spielwarenmesse, die vom 10. bis 15. Februar stattfindet.

Seit der Bobby Car 1972 auf den Markt kam, haben mehr als 16 Millionen Kinder das weltweit meistverkaufte Rutschfahrzeug genutzt. Dabei ist der Klassiker gar nicht mehr immer rot: Es gibt ihn auch in pink, grün und blau.

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