Kleine Freuden : Abwrackprämie sträkt Autoverkäufe

Ende Januar wurden dank der Abwrackprämie wieder mehr Pkw verkauft. Vor allem kleine Modelle sind bei den Kunden gefragt

Henrik Mortsiefer
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Die Kunden kommen wieder. Händler registrieren ein reges Interesse in den Autohäusern. Mancher Besucher kaufte auch. Foto: ddp

BerlinDie deutsche Autoindustrie freut sich über eine Woche mit steigenden Absatzzahlen. Den bescheidenen Erfolg verdankt die angeschlagene Branche nach eigener Darstellung der staatlichen Verschrottungsprämie: In der letzten Januarwoche bestellten nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie (VDA) erstmals seit September 2008 wieder mehr Händler und Kunden einen Neuwagen. Das Plus habe 16 Prozent betragen, teilte der VDA am Dienstag mit.

Der Zuwachs kann den insgesamt negativen Trend zum Jahresauftakt aber nicht kompensieren. Im gesamten Januar ging die Zahl der neu zugelassenen Autos im Vergleich zum Vormonat Dezember und zum Januar 2008 deutlich zurück. Nach Angaben des VDA und des Verbands der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) lag sie mit 189 400 Pkw um 14 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Auch die Bestellungen aus dem Inland lagen um 13 Prozent niedriger als im Januar 2008. Von den Neuzulassungen stammten 127 300 von deutschen Konzernmarken. Der Export deutscher Hersteller brach im Januar um 39 Prozent auf 222 700 Stück ein. Eine schnelle Erholung ist auch bei der Auslandsnachfrage nicht in Sicht. „Die Bestellungen unterschritten das Ordervolumen vom Januar 2008 erwartungsgemäß um 37 Prozent“, teilte der Autoverband mit.

Obwohl damit die Aussichten kurzfristig düster bleiben, sehen die Verbände Licht am Ende des Tunnels: Nach dem Kabinettsbeschluss zur Umweltprämie am 27. Januar und der Einigung zur Kfz- Steuerreform gebe es Grund zur Hoffnung für den Inlandsmarkt. VDA-Präsident Matthias Wissmann sagte laut Mitteilung: „Vor allem dank der nun langfristigen Planungssicherheit beim Autokauf wächst die Bereitschaft, sich ein neues Fahrzeug zuzulegen. Dies sind erste ermutigende Signale.“ VDIK-Präsident Volker Lange sagte: „Dass der Januar im Pkw-Markt nicht die Wende bringen würde, war vorauszusehen.“

Der US-Markt bleibt schwierig

Besonders deutlich fiel im Januar das Absatzminus bei Oberklasse-Wagen aus, von denen laut KBA 48 Prozent weniger verkauft wurden als noch vor einem Jahr. Kleinwagen kauften die Deutschen dagegen etwa so viele wie im Januar 2008. Einen regelrechten Verkaufsboom gab es laut KBA bei Kleinstwagen, von denen die Hersteller im Januar fast 34 Prozent mehr absetzten als im Vorjahresmonat. Profitieren konnten davon besonders Ford, Mazda und Hyundai, die alle zweistellige Zuwachsraten verzeichneten. Auch der französische Autokonzern PSA Peugeot Citroën rechnet dank der Abwrackprämie in Deutschland mit einem deutlichen Absatzwachstum von 108 000 Fahrzeugen. Das wäre ein Absatzplus von 14 Prozent.

Auf dem US-Markt mussten deutsche und andere Hersteller im Januar deutliche Einbußen hinnehmen. So sank der Absatz von VW um 11,6 Prozent. Die Verkäufe der Tochter Audi sanken im Vergleich zum Vorjahr um 26,4 Prozent. Porsche verkaufte 36 Prozent weniger. Die Pkw- Sparte von Daimler meldete einen Rückgang von 35,5 Prozent. Dabei war das Minus vollständig auf die Kernmarke Mercedes-Benz zurückzuführen. Der Absatz des Kleinwagen legte mit 1776 Fahrzeugen um mehr als 177 Prozent zu. Die BMW-Group setzte im Januar in den USA 15,5 Prozent weniger ab, dabei machte sich der Rückgang sowohl bei der Marke BMW als auch bei der Marke Mini mit einem Rückgang um 15,4 Prozent bemerkbar.

Toyota hat im Januar in den USA mit den Marken Toyota, Scion und Lexus ebenfalls einen Absatzrückgang von 34,4 Prozent verbucht. Drastischer fiel das Minus beim US-Hersteller General Motors (GM) aus. Er erlitt im Heimatmarkt erneut einen Absatzeinbruch um 49 Prozent. Konkurrent Ford verkaufte in den USA 39 Prozent weniger.

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