Wirtschaft : Kleine Schritte bei der Bankgesellschaft

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Von Daniel Rhee-Piening

Wer bei der Bankgesellschaft schnelle Erfolge erwartet hat und nun überrascht ist, dass der Konzern erneut Verluste ausweist, ist weltfremd. Zu lange ist bei dem Berliner Konzern alles schief gelaufen: Die Politiker missbrauchten die Bank als Schattenhaushalt, die Vorstände bedienten sich selbst oder trafen Fehlentscheidungen, die nun aufgearbeitet werden müssen. Über all diesen Skandalen hat man es jahrelang versäumt, die Bank erfolgsorientiert zu führen.

Erfolge kann der neue Bankchef Hans-Jörg Vetter jetzt bei seinem Kostensenkungsprogramm ausweisen: Vetter gelingt es offenbar, die hohen Personalkosten wie geplant herunter zu fahren. Der Preis dafür, den die Beschäftigten bezahlen müssen, ist hoch: Bis zu 300 betriebsbedingte Kündigungen hat Vetter sich bei Betriebsrat und den Gewerkschaft genehmigen lassen, insgesamt trennt sich die Bank von einem Viertel ihrer knapp 16000 Beschäftigten. Viel mehr Gutes lässt sich bisher allerdings noch nicht berichten. Im Gegenteil: Der Ruf der Bank ist nachhaltig ramponiert, und zwar bei den Kunden, an der Börse und bei den Kreditgebern des Hauses. Das heißt, dass in all diesen Bereichen die Kosten steigen. Das Neugeschäft ist immer noch zu schlecht, um selbst den klein geschrumpften Personal- und Kostenapparat der Bank rechtfertigen. Die Aufnahme von Kapital ist teurer geworden, weil die Wirtschaftslage des Hauses potenziellen Geldgebern immer noch nicht als stabil erscheint. Dazu kommt: Das Klima für Banken ist insgesamt wegen der Konjunktur - und Börsenflaute miserabel. Das drückt das Zins- und Provisionsergebnis. Bankchef Vetter muss noch beweisen, dass er auch diese Probleme in den Griff bekommt.

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