KLEINER FISCHFÜHRER : Finger weg von wildem Dornhai, Rotbarsch und Kabeljau

84,5 Millionen Tonnen Fisch

verspeist die Weltbevölkerung jährlich, rund 60 Millionen Tonnen davon kommen bereits aus dem Zuchtbecken. Aber der übermäßige Fang beliebter Arten wie Kabeljau, Thunfisch, Scholle, Heilbutt oder Seezunge hat dazu geführt, dass fast 90 Prozent der Bestände aus den Weltmeeren verschwunden sind,

wie die Welternährungsorganisation FAO in ihrem Fischereibericht schreibt. Ein Grund dafür ist, dass viele mit modernster Technik gefangen werden, bevor sie sich fortpflanzen und ablaichen können. Andere, wie kleine Schollen, verenden oft als Beifang in riesigen Schleppnetzen. Was also kann man noch guten Gewissens kaufen? Eine kleine Anleitung.

Der Fisch-Einkaufsführer des Worldwide Fund for Nature (www.wwf.de/fisch; Bestell-Telefon: 069/79144-142) unterscheidet zwischen drei Kategorien: annehmbar, bedenklich und bedrohlich. Als „annehmbar“, also nicht überfischt, werden nur sechs Arten bewertet: Hering, Makrele, Zander, Seelachs, Neuseeländischer Hoki (das ist ein Seehecht) und Wildlachs aus dem Pazifik.

Als „bedenklich“ stuft der WWF neben Goldbrasse, Nordseekrabbe, Miesmuschel und Tintenfisch auch den beliebtesten Speisefisch der Deutschen, den Alaska-Seelachs, ein. Kaufen sollten Sie ihn nur, wenn er das Öko-Siegel „Marine Stewardship Council“ (MSC) trägt. Es garantiert, dass die Fische aus nachhaltig bewirtschafteten Beständen stammen. Das Zertifikat wurde 1997 von WWF und Fischstäbchenproduzent Unilever eingeführt.

Finger weg dagegen von Dornhai (Schillerlocke), Rotbarsch, Kabeljau und Flussaal aus Wildfang, die der WWF als „bedroht“ einstuft.

Auch unabhängig davon sollten Sie auf die Herkunft achten. Seit 2002 müssen frische, gefrorene, geräucherte Fische sowie Matjes und rohe Garnelen besser gekennzeichnet werden. So muss ersichtlich sein, woher der Fisch kommt, ob er wild gefangen oder gezüchtet wurde (etwa: „Kabeljau, Nordatlantik, gefangen“).

Wenn Sie ganz sichergehen wollen, dass Lachs und Shrimps aus Aquakultur nicht mit Antibiotika oder anderen Zusätzen belastet sind und umweltfreundlich produziert wurden, sollten sie nur Tiere mit Bio-Siegel kaufen. Der Öko-Verband Naturland zum Beispiel vergibt das Siegel nur, wenn die Besatzdichte höchstens zehn Kilo Fisch pro Kubikmeter Wasser beträgt. In konventioneller Zucht sind es bis zu 30 Kilo (www.naturland.de).pet

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