Kleines Cannabis-Lexikon : Von Euphorie bis zur Psychose

Was man über die Pflanze, die Wirkung und die Folgen wissen sollte.

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Cannabis.
Cannabis.Foto: Reuters

Die Pflanze

Die Cannabis-Pflanze gehört zur botanischen Gattung der Hanfgewächse (Cannabaceae) und enthält mindestens 60 unterschiedliche Cannabinoide, von denen einige psychoaktiv wirken. Die stärkste Wirksubstanz ist Tetrahydrocannabinol (THC). Es gibt eine weibliche und eine männliche Form der Pflanze, doch nur die weiblichen enthalten genügend THC, um einen Rausch zu erzeugen. Meistens wird Cannabis in Form von Marihuana (getrocknete Blüten und Blätter der Pflanze) oder Haschisch (aus dem Harz der Blütenstände) konsumiert.

Die Wirkung

Das Wirkungsspektrum von Cannabis ist breit und hängt von verschiedenen Faktoren ab: Zu den angenehmen Empfindungen zählt die Aufhellung der Stimmung, ein Gefühl der Entspannung und der Euphorie. Möglich ist auch das verstärkte Verlangen, zu lachen und zu sprechen. Zudem kann es sein, dass der Konsument akustische und visuelle Reize intensivierer wahrnehmen kann. Zu den Wirkungen, die als unangenehm erlebt werden, zählen eine niedergedrückte Stimmung, psychomotorische Erregung, Unruhe und Angst. Panikreaktionen und Verwirrtheit mit Verfolgungsfantasien bis hin zu Wahnvorstellungen sind ebenfalls möglich. Unangenehme körperliche Reaktionen können Schwindel, Herzrasen und Übelkeit sein.

Die Folgen

Nach dem heutigem Kenntnisstand gehen Forscher davon aus, dass gravierende Hirnschäden – wie sie von Alkohol bekannt sind – nicht durch Cannabis verursacht werden. Wohl aber können sich bei dauerhaftem und intensivem Konsum schlechtere Lern- und Gedächtnisleistungen bemerkbar machen. Vor allem der frühe Einstieg kann die kognitive Leistungsfähigkeit einschränken. Als gesichert gelten hingegen die schädlichen Auswirkungen auf die Atemwege. Eine Zeit lang diskutierten Experten auch darüber, ob Cannabis über die akute Wirkung hinaus dauerhaft einen demotivierten Zustand bewirkt. Während diese Annahme nach den derzeitigen Erkenntnissen als widerlegt gilt, sind sich die Forscher bei der Frage nach möglichen Psychosen noch unsicher. Bislang mehren sich die Hinweise, dass es zwar keine eigenständige Cannabis-Psychose gibt, die Droge kann jedoch der Auslöser einer verborgenen Schizophrenie sein. Ein dauerhafter Konsum von Cannabis kann zudem zu einer psychischen und körperlichen Abhängigkeit führen. Kennzeichen dafür sind etwa erfolglose Versuche, den Konsum zu reduzieren oder einzustellen. Sichere äußere Anzeichen gibt es nicht.

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