Wirtschaft : Kleines Emissions-Abc

Auktionsverfahren: Das Auktionsverfahren ist eine in Deutschland noch wenig gebräuchliche Form der Preisfindung für eine Aktie. Dabei müssen sich Anleger auf Grund von Unternehmensinformationen und Analystenstudien selbst einen Preis suchen, den sie für die Aktie zahlen wollen. Nach Ende der Bieterfrist werden - vom höchsten Preis beginnend - so lange Aktien zugeteilt, bis das Volumen erschöpft ist. Der Ausgabepreis richtet sich nach dem geringsten Preis, der noch zum Zuge kommt.

Bookbuilding: Das Bookbuilding-Verfahren ist ein Bieterverfahren, in dem die Anleger in einer vorgegebenen Kursspanne (Bookbuilding-Spanne) Zeichnungsgebote für die neuen Aktien abgeben können. Diese Gebote reichen sie über ihre Hausbank ein. Neben der gewünschten Stückzahl müssen sie dabei einen maximalen Preis angeben, den sie für die Aktie zahlen wollen. Am Ende ermitteln die Konsortialbanken aus der Gesamtzahl aller Gebote den Emissionspreis.

Due-Diligence: Damit Anleger und Konsortialbanken sich von einem Unternehmen nicht täuschen lassen, werden Börsenaspiranten von unabhängigen Wirtschaftsprüfern auf Herz und Nieren geprüft. Das Prüfergebnis ist Teil des Emissionsprospekts. -Emissionsvolumen: Das Emissionsvolumen ergibt sich aus der Zahl der Aktien, die an der Börse angeboten werden, multipliziert mit dem Ausgabepreis.

Equity Story: Zusammenfassung der Zukunftsperspektiven des Börsenkandidaten mit Elementen wie Marktstellung, Expansionsstrategie oder Wachstumsaussichten.

Friends-and-Family-Programm: Geht ein Unternehmen an die Börse, wird ein Teil der Aktien unter dem Ausgabepreis an Familienmitglieder und Geschäftsfreunde abgegeben.

Free Float: Bezeichnet den prozentualen Anteil am gesamten Aktienkapital eines Unternehmens, der bei einer breit gestreuten Zahl von Anlegern liegt.

Greenshoe: Bei vielen Neuemissionen setzt sich das Angebot aus zwei Tranchen zusammen: einem Teil, der auf jeden Fall angeboten wird, und einem Rest, der erst bei entsprechend hoher Nachfrage platziert wird. Diesen zweiten Teil nennt man Greenshoe oder Mehrzuteilung. Dabei warten die Banken zuerst ab, wie die groß das Interesse an der Emission ist. Danach entscheidet sich, ob der Greenshoe gebraucht wird.

IPO (Initial Public Offering): Wird ebenso wie Going Public als Synonym für Börsengang verwendet.

Konsortialführer: Börsenaspiranten suchen sich für ihre Aktienplatzierung meist mehrere Banken aus (Konsortium), von denen eine bei dem Börsengang die Federführung hat. Synonym zu Konsortialführer wird auch die Bezeichnung Lead-Manager verwendet. Die anderen Mitglieder des Konsortiums werden als Co-Lead bezeichnet.

Lock-up-Periode: Zeitspanne, meist sechs bis 18 Monate, in der die Altaktionäre sich verpflichten, keine Aktien aus ihrem Bestand zu verkaufen. Bei Neuemissionen am Neuen Markt ist die Einhaltung Pflicht.

Road Show: Kurz vor dem Börsengang begibt sich der Vorstand eines Unternehmens auf Reisen und besucht dabei in- und ausländische Großinvestoren, wie Fondsmanager, um sein Unternehmen zu präsentieren und für die Aktie zu werben.

Umplatzierung: Für einen Börsengang gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder das Kapital wird erhöht, und "junge" Aktien werden angeboten. Oder die Altaktionäre geben Anteile ab. Je höher der Anteil einer solchen Umplatzierung ist, desto weniger Geld aus dem Börsengang fließt dem Unternehmen zur Verwirklichung von Zukunftsprojekten zu. "Kassemachen" der Alteigner gilt deshalb als Warnsignal. hof

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