Klick und Klau : Das Internet wird sicherer aber fühlt sich nicht so an

Das Internet wird immer sicherer, behauptet eine Umfrage. Warum sich Verbraucher trotzdem zunehmend durch Gefahren im Netz bedroht fühlen.

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Viele Verbraucher fühlen sich im Netz nicht sicher.
Viele Verbraucher fühlen sich im Netz nicht sicher.Foto: dpa

Das Internet wird angeblich immer sicherer, zugleich wächst die Sorge der Nutzer vor möglichen Gefahren. Das ist das Ergebnis des „Sicherheitsindex“, der von der Initiative Deutschland sicher im Netz (DSIN) zum dritten Mal veröffentlicht worden ist. Demnach sehen die Nutzer die größten Risiken etwa in Computerviren, Identitätsdiebstahl, Phishing und Datenmissbrauch. Die Zahl solcher sicherheitsrelevanten Vorfälle im digitalen Alltag ist der Analyse zufolge 2016 in Deutschland jedoch erneut leicht zurückgegangen. Gleichzeitig ist der Index, der die Sicherheit im Internet misst, gestiegen: von 63 Punkten 2015 auf nun 65,4 Punkte. Für den Index wurden 2010 Internetnutzer in einer repräsentativen Umfrage von TNS Infratest befragt, beispielsweise dazu, wie oft sie sicherheitsrelevante Vorfälle festgestellt haben. 12,5 Prozent der Nutzer gaben an, dass sie Computerviren entdeckt hatten, acht Prozent berichteten von unerwünschtem E-Mail-Versand im eigenen Namen, 7,9 Prozent von Kauf- und Buchungsbetrug. Viele Nutzer stellten jedoch erst gar nicht fest, dass sie Opfer eines solchen Vorfalls geworden sind, betonte DSIN-Vorstandsvorsitzender Thomas Kremer bei der Vorstellung der Analyse in Berlin.

Dass sich Verbraucher trotz einer immer besseren Sicherheitslage im Netz unsicher fühlten, könne „zu einer Vertrauenskrise in die Digitalisierung führen, die wir uns nicht leisten können“, betonte Kremer. Einen Grund für die Entkoppelung sieht er unter anderem darin, dass sich manche Nutzer von der Technik überfordert fühlten.

Das Wissen um Schutzmaßnahmen steigt

So gehe auch die Schere zwischen Kenntnis und Nutzung von Schutzmaßnahmen weiter auseinander. Demnach steigt das Wissen um Schutzmaßnahmen erneut stärker als die Motivation und Befähigung zu ihrer Anwendung. Zudem gebe es ein „erhebliches Sicherheitsgefälle“ zwischen unterschiedlichen Nutzertypen. So erreichten vor allem die überwiegend jüngeren Vielnutzer sowie die Gruppe der älteren Menschen insgesamt nur niedrige Index-Werte. „Das wollen, das müssen wir ändern“, betonte Kremer. Die Ergebnisse zeigten, dass die Menschen stärker zur Umsetzung von bekannten Sicherheitsmaßnahmen motiviert werden sollten.

Gerd Billen, Staatssekretär im Verbraucherschutzministerium, appellierte jedoch auch an die Hersteller, Computer und mobile Geräte wie Tablets und Smartphones sicher zu machen. „In einem Auto sind ja auch von Anfang an Gurte eingebaut“, sagte er. Ebenfalls seien die Nutzer gefragt, sich beispielsweise nicht nur auf kostenlose Virenprogramme zu verlassen. „Eine Geiz-ist-geil-Mentalität kann auf Kosten der Sicherheit gehen“, erklärte Billen.

Erstmals hat die Initiative, die 2007 gegründet wurde und unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums des Inneren steht, Verbraucher auch zu Chancen und Risiken des vernetzen Fahrens befragt. Demnach befürworten 55,2 Prozent der Befragten sensorgestützte Assistenzsysteme im Auto. Jedoch gibt es bei den Verbrauchern Bedenken, wenn es um Fragen der IT-Sicherheit und des Datenschutzes geht. 66,8 Prozent der Befragten fürchten laut der Studie, dass über vernetzte Autos womöglich unbefugt Daten durch Dritte gesammelt werden können.

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