Klima : EU ebnet den Weg für raschen Start des Pariser Klimapakts

Bereits nächste Woche will die EU den Weltklimapakt ratifizieren. Letzte Unstimmigkeiten wurden ausgeräumt. Mit dem Vertrag sollen Wirtschaft und Energieversorgung umgebaut werden.

Eine Eisbärenmutter marschiert mit ihren beiden Jungen auf Futtersuche in Kanada. Die Erwärmung entzieht den Tieren die Existenzgrundlage. Foto: picture alliance / dpa
Eine Eisbärenmutter marschiert mit ihren beiden Jungen auf Futtersuche in Kanada. Die Erwärmung entzieht den Tieren die...Foto: picture alliance / dpa

Die Europäische Union will den Weltklimapakt schon nächste Woche ratifizieren und damit den Weg für ein Inkrafttreten noch in diesem Jahr ebnen. Den Beschluss fassten die EU-Umweltminister am Freitag in Brüssel, wie die Deutsche Presse-Agentur von Diplomaten erfuhr.

Letzte Unstimmigkeiten innerhalb der EU räumten die Minister demnach aus. Somit kann das Europaparlament am Dienstag über das Abkommen abstimmen. Eine breite Mehrheit gilt als sicher. Schon am Freitag nächster Woche könnte die Ratifizierung abgeschlossen sein und die EU wäre offiziell Vertragspartner des historischen Pakts.

Die EU fehlte noch

Der erste weltweit verbindliche Klimavertrag soll die gefährliche Erderwärmung stoppen. Dafür sollen in den nächsten Jahrzehnten die Weltwirtschaft und die Energieversorgung umgebaut werden. Der Pakt tritt in Kraft, wenn 55 Staaten ratifiziert haben und diese mindestens für 55 Prozent aller Klimagase weltweit stehen. Mit dem Beitritt der EU werden aller Voraussicht nach beide Bedingungen erfüllt.

Die EU, die lange international als Treiber im Klimaschutz auftrat, hat also wahrscheinlich eine Schlüsselrolle - sie gilt aber auch als Nachzügler. Denn ausgerechnet die beiden Staaten, die beim Klimaschutz lange bremsten, preschten bei der Ratifizierung vor: die USA und China, die zusammen rund 38 Prozent aller Klimagase weltweit verursachen. Die Gründe sind innenpolitisch - US-Präsident Barack Obama etwa wollte das Abkommen nicht seinem Nachfolger überlassen. Nun fühlte sich die EU unter Druck, und sei es nur aus Prestigegründen. Sie will beim ersten Treffen der Vertragspartner mit am Tisch sitzen. Geplant ist das im Rahmen der UN-Klimakonferenz in Marrakesch ab 7. November. Die Frist für die rechtzeitige Ratifizierung ist rein rechnerisch der 7. Oktober. (dpa)

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