Klimagipfel : Die sauberste Stadt: Kopenhagen - Berlin auf Platz acht

Die skandinavischen Hauptstädte Kopenhagen, Stockholm und Oslo sind laut einer Studie Europas umwelt- und klimafreundlichste Städte. Berlin gehört immerhin noch zur grünen Top Ten des Kontinents.

Kevin P. Hoffmann
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Berlin - Die skandinavischen Hauptstädte Kopenhagen, Stockholm und Oslo sind laut einer Studie Europas umwelt- und klimafreundlichste Städte. In einem Vergleich zwischen 30 Metropolen, der am Dienstag am Rande des Weltklimagipfels vorgestellt wurde, landete Berlin auf dem achten Platz vor den Weltstädten London, Paris, Rom und Madrid. Die ukrainische Hauptstadt Kiew schnitt am schlechtesten ab.

Wirtschaftsforscher des Institutes Economist Intelligence Unit (EIU) in London hatten im Auftrag von Siemens die Städte anhand verschiedener Kriterien wie CO2-Ausstoß, Energieeffizienz, Gebäudedämmung und Verkehr untersucht. Die Analyse zeigt, dass die Bewohner der größten Städte, in denen zusammengerechnet 75 Millionen Einwohner leben, im Schnitt weniger klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) produzieren als der Rest der Bevölkerung der 27 EU-Staaten. Demnach produziert ein Durchschnittsgroßstädter 5,2 Tonnen CO2, der Durchschnittseuropäer ist hingegen für jeweils 8,5 Tonnen Ausstoß verantwortlich. Klimaschützer sagen, dass jeder Mensch in wenigen Jahrzehnten höchstens zwei Tonnen ausstoßen darf, damit der Klimawandel begrenzt bleibt. In Norwegens Hauptstadt Oslo ist man heute schon so weit, weil der Strom dort vor allem aus Wasserkraft stammt und die Stadt über ein gutes Schienenverkehrsnetz verfügt. Beim Gesamtsieger Kopenhagen ist der Pro-Kopf-Ausstoß zwar höher, dafür belegt Dänemarks Hauptstadt in fast allen anderen Kriterien vordere Ränge.

Gleichwohl sind die Städte nur bedingt vergleichbar: Die Skandinavier schnitten auch sehr gut ab, weil die Städte dort verhältnismäßig klein und vor allem sehr wohlhabend sind. Die ukrainische Hauptstadt Kiew mit 2,7 Millionen Einwohnern landete dementsprechend auf Platz 30.

Berlin mit 3,4 Millionen Einwohnern verdankt seine Platzierung im oberen Drittel vor allem dem Spitzenplatz wegen der seit der Wende besser gedämmten Wohnungen im Ostteil der Stadt und dem Zusammenbruch der Industriebetriebe, die einst die Luft verschmutzten. Auch ist die Zahl der Kohleöfen in Privatwohnungen in Berlin seit 1990 von 400 000 auf heute weniger als 60 000 gesunken. Zudem würden die Kraftwerke einen besonders großen Teil der Primärenergie in Strom und Fernwärme wandeln, heißt es in der Studie. Auch sei der Wasserverbrauch in Berlin stark gesunken. Bei Müllverwertung und Recycling liegt Berlin sogar auf Platz vier. Trotzdem ist die deutsche Hauptstadt beim CO2-Ausstoß nur Durchschnitt, weil hier noch fast 60 Prozent des Stroms durch die Verbrennung von Kohle erzeugt werden.

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