Wirtschaft : Klimamacher als Beruf Gefragt: Mechatroniker

für Kältetechnik.

Für Technikinteressierte. In Berlin gibt es pro Jahr 1000 neue Lehrverträge. Foto: dpa
Für Technikinteressierte. In Berlin gibt es pro Jahr 1000 neue Lehrverträge. Foto: dpaFoto: dpa-tmn

Wer leicht friert, ist in dem Beruf fehl am Platz. Denn gelegentlich müssen Mechatroniker für Kälte- und Klimatechnik an Orten arbeiten, die eisig kalt sind. Denn ihr Spezialgebiet sind Kühlanlagen. Die Fachleute sorgen dafür, dass Lebensmittel auch bei hohen Temperaturen frisch bleiben und Räume mit EDV-Technik nicht überhitzen. Sie kümmern sich darum, dass in Flugzeugen eine angenehme Reisetemperatur ist und durch Krankenhäuser frische Luft strömt.

„Auszubildende werden dringend gesucht“, sagt Volker Hudetz vom Verband Deutscher Kälte-Klima-Fachbetriebe in Bonn. Viele Fachbetriebe hätten Probleme, geeignete Schulabsolventen zu finden. Nach Angaben von Michael Assenmacher, Ausbildungsexperte beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in Berlin, gibt es pro Jahr etwa 1000 neue Lehrverträge.

Die Ausbildung in Industrie- und Handwerksbetrieben dauert regulär 3,5 Jahre. „Schüler, die einen mittleren Schulabschluss haben, können die Ausbildung im Einvernehmen mit dem Ausbildungsbetrieb um ein halbes Jahr, bei Abitur sogar um ein Jahr verkürzen“, so Assenmacher.

Rainer Voß, Obermeister der Innung für Kälte- und Klimatechnik in Hamburg, bezeichnet die Lehre als äußerst abwechslungsreich. Lehrlinge lernten, Montagezeichnungen und elektrischen Schaltpläne zu lesen, Bauteile zusammenzufügen sowie die Temperatur zu messen. Sie errechneten den Materialbedarf, verlegten Rohrleitungen und brächten Wärme- und Schalldämmungen an.

Sehr wichtig sei es, geistig fit zu sein. Denn Kälte- und Klimaanlagen sind zum Teil komplexe Computersysteme, deren Steuerung aufwendig ist, sagt Assenmacher.

Das Bundesinstitut für berufliche Bildung (BIBB) in Bonn nennt als Richtwerte für die Ausbildungsvergütung rund 480 Euro im ersten Jahr, 515 Euro im zweiten Jahr und 570 Euro im dritten Jahr und 627 Euro im vierten Jahr. Wie viel tatsächlich gezahlt wird, hängt von den regionalen Tarifvereinbarungen ab. Gute Lehrlinge erhalten häufig einen Bonus. Laut Hudetz können Gesellen mit einem Einstiegsverdienst von etwa 1950 Euro monatlich rechnen. Übertarifliche Bezahlung ist nicht selten und richtet sich nach der Qualifikation. Dazu kommen gegebenenfalls Zuschläge, etwa für Bereitschaftsdienste und Montagereisen.

Nach Angaben von Hudetz gibt es in Deutschland im Kälteanlagenbau 2745 Handwerksbetriebe, die etwa 23 000 Arbeitskräfte beschäftigten. dpa

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