Wirtschaft : Klimawandel bei der Bahn

-

Von Bernd Hops

Bei der Bahn ist vieles im Argen. Eines der größten Probleme hat der Konzern aus dem Weg geräumt – das Preissystem. Das wurde nach massiver Kritik von den Fahrgästen, die einfach weniger Bahn fuhren, jetzt so gestaltet, wie es sich die meisten gewünscht haben: einfacher, kundenfreundlicher und flexibler. Die Bahncard mit 50 Prozent Rabatt ist zurück. Der hatten die Bahnfahrer am meisten nachgetrauert. Nicht nur das neue Preissystem zeigt, dass sich die Bahn durchaus in die richtige Richtung bewegen kann: auf ihre Kunden zu. Die Offenheit, mit der sie aktuelle Probleme mit Klimaanlagen und beim Ticketverkauf einräumt, lässt hoffen, dass das Unternehmen tatsächlich nachhaltig lernt. In den vergangenen Jahren hätte BahnChef Hartmut Mehdorn vermutlich darauf hingewiesen, dass dies nur Einzelfälle sind, und dass ein bisschen Hitze noch niemandem geschadet habe.

Jetzt muss die Bahn das Gelernte aber auch flott in die Tat umsetzen. Die Möglichkeiten zur Entschädigung von Fahrgästen, die in diesem heißen Sommer in Waggons mit defekter Klimaanlage braten müssen, werden längst nicht von allen Zugchefs und Schaffnern ausgeschöpft. Hier müssen die Manager des Unternehmens mit mehr Nachdruck darauf achten, dass die Mitarbeiter kulanter werden. Und auch bei der Umstellung der Computersysteme in den Reisezentren hat das Unternehmen nicht so viel Zeit, wie es sich nehmen möchte: Ein Verkehrsunternehmen, dass sich selber nicht sicher ist, seinen Kunden tatsächlich den günstigsten Preis angeboten zu haben, schafft nicht gerade Vertrauen. Erst recht nicht, wenn es verspricht, dass erst im nächsten Jahr alles besser wird.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben