Wirtschaft : Klimawechsel: Der Euro zeigt wieder Stärke

FRANKFURT (MAIN) . Der Euro zeigt unerwartete Stärke. Innerhalb einer Woche ist die europäische Gemeinschaftswährung um 5,4 Prozent auf fast 1,07 Dollar gestiegen. Dabei hatten sich die Euro-Gegner und Skeptiker in Deutschland, Großbritannien und den USA schon die Hände gerieben. Gewettet wurde nur noch wann - nicht aber ob - die Schwelle von einem Dollar unterschritten wird. Zum Wochenauftakt glänzte der Euro mit einem Referenzwert von 1,0698 Dollar, der zuletzt vor genau zwei Monaten erreicht worden war.Binnen acht Tagen ist es in Europa zu einem Stimmungsumschwung gekommen. Die Europäische Zentralbank nimmt das Wort Zinserhöhung wieder in den Mund, die Konjunktur hat in Euroland Fahrt aufgenommen und in den USA wird zumindest an der Börse die Luft dünner. Entscheidend für die Euro-Wende ist allerdings der emotionale Klimawechsel in Deutschland. Vor allem der überraschend gute Juni-Wert des vom Münchner Ifo-Institut veröffentlichten Geschäftsklimas hat die Bleigewichte von der gemeinsamen Währung der elf Euroländer regelrecht abgezogen.Unterdessen werden die Blicke zur Abwechslung wieder stärker auf die Schattenseiten der US-Wirtschaft gelenkt. Die enorme Auslandsverschuldung, die negative Sparquote und vor allem das extreme Loch in der Leistungsbilanz dürften dem Dollar zu schaffen machen. Allein im Mai verzeichnete die USA ein neues Rekord-Defizit in der Handelsbilanz mit einem Minus von 21,3 Mrd. Dollar. Euroland konnte dagegen im Mai mit einem Überschuß von 2,5 Mrd. Euro aufwarten. Vor diesem Hintergrund verlagern die großen amerikanischen Investmentfonds Teile ihrer Anlagen nach Europa. "Das Interesse an Euroanlagen vor allem in Deutschland hat deutlich zugenommen", berichtet Commerzbank-Chefvolkswirt Ulrich Ramm.

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