Wirtschaft : Klingelnde Weihnacht

Zum Jahresende gibt es wieder Handys zum Schnäppchenpreis

Corinna Visser

Weihnachten ist traditionell die Zeit, in der sich die Mobilfunkbetreiber mit Sonderangeboten gegenseitig unterbieten. Also eine gute Gelegenheit, sich selbst oder andere mit einem neuen Handy zu beschenken. Etwa 20 Millionen Handys bei den deutschen Verbrauchern sind zwei Jahre oder älter, schätzt Axel Burkert. Er ist Mobilfunkexperte von Xonio, einer Verbraucherberatung im Internet. Diese Kunden haben nun die Gelegenheit, sich ein neues Handy zu günstigen Konditionen zu kaufen. Denn in der Regel läuft ein Mobilfunkvertrag 24 Monate. Sind die abgelaufen, kann der Kunde sich ein neues – vom Betreiber subventioniertes – Mobilfunkgerät kaufen. Zwar sind die Anbieter inzwischen deutlich zurückhaltender geworden. Extreme Sonderangebote wie noch im Boomjahr 2000 gibt es nicht mehr. Einige attraktive Angebote zum Fest haben sich die Mobilfunkanbieter aber dennoch überlegt.

Im Moment bieten die Netzbetreiber die neuen Handys mit Farbdisplay und MMS- Funktion sehr günstig an, sagt Kai Petzke von Teltarif. MMS (Multimedia Messaging Service) sind elektronische Kurzbotschaften erweitert um Bilder und Töne. Bei Vodafone gibt es zum Beispiel beim Kauf eines neuen Handys mit Farbdisplay und Digitalkamera den Versand von bis zu 100 Bildern kostenlos. T-Mobile bietet das neue Sony-Ericsson T300 mit Farbdisplay und Digitalkamera für 49,95 Euro, Konkurrent O2 verlangt dafür 49 Euro. „Das ist eindeutig ein gutes Angebot“, sagt Burkert von Xonio. Bei Talkline gibt es das Nokia-Kamerahandy 7650 ab einem Euro, allerdings muss man dazu einen relativ hochpreisigen Tarif abschließen. Wer noch bis Jahresende einen Vertrag bei O2 unterschreibt, zahlt drei Monate keine Grundgebühr. Bei E-Plus kann sich der Kunde ein Startguthaben von 50 Euro anrechnen lassen, allerdings gibt es dazu das Siemens C55 ohne Farbdisplay und MMS.

„Zur Zeit werden die Geräte, die die neuen Multimedia-Funktionen nicht haben, verramscht“, sagt Burkert von Xonio. „Wer keinen Wert auf MMS legt und einfach nur telefonieren will, kann gute Schnäppchen machen.“ So gebe es etwa das hochwertige Nokia 6510 derzeit bei vielen Händlern für einen oder sogar null Euro. Auch einige Debitel-Händler, hat Petzke von Teltarif beobachtet, bieten gute Geräte und dazu eine sechsmonatige Befreiung von der Grundgebühr. Es lohnt sich also, Angebote zu vergleichen und vielleicht den Netzbetreiber zuwechseln.

Denn seit dem 1. November, können Kunden, die den Anbieter wechseln wollen, ihre Rufnummer ins neue Netz mitnehmen. Jetzt ist es also viel einfacher zu einem günstigeren Tarif zu wechseln, denn wer die Nummer mitnimmt, muss keine Visitenkarten neu drucken, oder alle Bekannten über die neue Rufnummer informieren. „Das ist eine feine Sache“, sagt Burkert. Bei Xonio sei noch keine Beschwerde eingegangen, dass die Rufnummernübertragung nicht geklappt hätte. „Das ist ein gutes Zeichen“, sagt Burkert. Allerdings ist der Wechsel nicht kostenlos. Die Unternehmen verlangen 25 bis 30 Euro für die Mitnahme der Nummer, Drillisch sogar 110 Euro. Der Wechsel lohnt sich auch nur dann, wenn der Vertrag gerade ausläuft oder die Kündigungsfrist eingehalten wird. Sonst entstehen zusätzliche Kosten.

Wer wechseln, oder einfach nur ein neues Handy erwerben will, sollte jetzt zuschlagen, sagt Petzke. Nach Weihnachten laufen viele Sonderangebote wieder aus.

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