Wirtschaft : KLM streicht mindestens 3000 Stellen Sars bereitet niederländischer Fluggesellschaft wachsende Sorgen

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Brüssel (sbe/HB). Die niederländische Fluggesellschaft KLM N.V., Amstelveen, ist im Geschäftsjahr 2002/2003 (31. März) mit einem Verlust von 416 (Vorjahr 156) Millionen Euro oder 9,26 Euro pro Aktie viel tiefer in die roten Zahlen geflogen, als erwartet. Die Bandbreite der Prognosen reichte von minus 4,5 bis minus 8,5 Euro je Aktie. Der Kurs der KLMAnteilsscheine brach zeitweise um fast fünf Prozent ein. „Das Resultat enttäuscht“, sagte Jan Wiereke, Analyst von Van Lanschot Bankiers. Er rechnet im laufenden Geschäftsjahr sogar mit einer weiteren Verschlechterung. Wegen der Lungenkrankheit Sars brachen die Buchungen bei KLM um 20 bis 30 Prozent ein, begründete der Analyst seine negative Erwartung.

Sars wurde auch als einer der Gründe für den Verlust im vergangenen Jahr genannt. Daneben führte der KLM-Vorstandsvorsitzende Leo van Wijk erwartete Kompensationszahlungen an Alitalia und Sanierungsrückstellungen von 50 Millionen Euro, unerwartete Abschreibungen auf alte Flugzeuge und die Folgen des Irak-Kriegs an. Die von Januar bis März um zwei Prozent gedrückten Kosten konnten den durch Irak und Sars verursachten Umsatzeinbruch von acht Prozent nicht kompensieren. Die Passagiererträge sackten um zehn Prozent ab. „Das sind dramatische und absolut nicht zufrieden stellende Zahlen, aber kein Grund zur Panik“, sagte van Wijk. Um 2004/2005 wieder schwarze Zahlen zu schreiben, will van Wijk die Anfang April angekündigten Sparpläne beschleunigen. Er kündigte die Streichung von mindestens 3000 der 33000 Stellen an. Es gebe 1000 Entlassungen. Ziel ist eine Kapitalrendite von neun Prozent.

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