Wirtschaft : Kluft zwischen Ost- und West-Einkommen wächst

BERLIN (AP).Ostdeutsche Arbeitnehmer müssen sich nach Ansicht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) noch jahrelang mit deutlich weniger Lohn begnügen als ihre West-Kollegen.Wie die Berliner Forscher am Mittwoch mitteilten, hat sich die Schere zwischen den Bruttoeinkommen in Ost und West 1998 zum ersten Mal seit der deutschen Einheit wieder vergrößert.Im Schnitt wurden im Osten nur noch 73,8 Prozent des Westniveaus erreicht.Dieses Jahr dürfte die Kluft noch größer werden.Eine völlige Angleichung der ostdeutschen Arbeitnehmereinkommen sei in weitere Ferne gerückt, erklärten die Forscher.Nach Berechnungen des DIW verdiente ein Arbeitnehmer im Westen 1998 im Durchschnitt 67 100 DM brutto (plus 1,6 Prozent), im Osten 49 500 DM (plus 0,7 Prozent).Im Gegensatz zum Westen ging in den neuen Ländern allerdings die Steuer- und Abgabenlast leicht zurück.Das führte dazu, daß im Osten die durchschnittlichen Nettolöhne und -gehälter stärker stiegen als die Bruttoeinkommen.Unter dem Strich bekamen die Arbeitnehmer im Osten 1998 0,9 Prozent, im Westen 0,3 Prozent mehr als im Vorjahr.Allerdings gibt es Branchen, in denen sich in Ostdeutschland schon fast genausoviel verdienen läßt wie im Westen.Dazu zählen die Land- und Forstwirtschaft und der öffentliche Dienst, in dem die Einkommen rund 82 Prozent des Westniveaus betragen.

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