Knappe Steine : Diamantenpreise steigen

Nach Jahren der Flaute steigen die Preise langsam wieder an. Auf dem Diamanten-Markt droht es in den nächsten Jahren eng zu werden. Die alten Minen werden weltweit schneller ausgebeutet als neue Vorkommen erschlossen werden können.

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Kapstadt - Nach einer schwierigen Phase zeichnet sich am Markt eine Erholung ab. Für das traditionell wichtige Weihnachtsgeschäft werden erneut Zuwächse erwartet; schon im Vorjahr lief es besser als erwartet.

Unter Beobachtern gelten Diamanten als gute Anlage. „Sie sind rar – und werden zunehmend rarer werden“, prognostiziert etwa der ehemalige De-Beers-Chef Gareth Penny. Die immer noch dominante Stellung des Traditionshändlers De Beers wird zwar am Markt oft kritisiert, doch haben die Strategen des weltweit größten Rohdiamantenförderers der ganzen Branche in der Krise geholfen. „Wir müssen De Beers und den anderen großen Produzenten dankbar sein, dass sie die Förderung Anfang letzten Jahres enorm reduziert haben“, sagt John Bristow, Chef von Rockwell Diamonds. Schließlich sei dadurch ein noch größerer Preisverfall gestoppt worden.

Seit einigen Monaten ist nun das Vertrauen in den Markt zurückgekehrt. Unterstützt wurde dies durch eine harte Verknappungspolitik der großen Anbieter: Teure Minen wurden geschlossen, die Rohdiamantenpreise angehoben und die vorhandenen, enormen Schulden der Akteure reduziert.

Symptomatisch für diese Trendwende steht De Beers. Das Unternehmen kontrolliert etwa 40 Prozent des internationalen Handels mit Rohdiamanten. Bereits im ersten Halbjahr 2010 hatte sich der Umsatz um gleich 84 Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar erhöht. Am Gesamtmarkt belaufen sich die Umsätze auf rund 13 Milliarden Dollar. Für das zweite Halbjahr wird ebenfalls ein guter Zuwachs erwartet. Insgesamt förderte De Beers in dem Zeitraum bis Ende Juni 2010 rund 15,4 Millionen Karat – mehr als doppelt so viel wie im Jahr zuvor. Allerdings hatten die Südafrikaner wegen der tiefen Wirtschaftskrise ihre Produktion Anfang 2009 um 90 Prozent gedrosselt. Zudem wurde rund ein Drittel der Belegschaft entlassen. Der Erfolg: Inzwischen liegen die Preise fast wieder auf dem Niveau von Mitte 2008. De Beers selbst erwartet für dieses Jahr eine Gesamtförderung von insgesamt 31 Millionen Karat.

Und kaum läuft es am Markt wieder besser, sprudelt die Gerüchteküche: Der britisch-südafrikanische Bergbaukonzern Anglo American will seinen Anteil an De Beers weiter ausbauen, hieß es vor wenigen Tagen. Anglo American ziele auf den 40-Prozent-Anteil der Familie Oppenheimer, berichtete die britische „Sunday Times“ ohne Nennung von Quellen.

Das Geschäft, sollte es zustande kommen, wird auf mindestens drei Milliarden Dollar geschätzt. Schon heute hält Anglo fast 45 Prozent an De Beers. Die restlichen 15 Prozent gehören der Regierung von Botswana.

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