Knorr-Geburtstag : Das Ende der Vollbremsung

Vor 150 Jahren wurde Georg Knorr geboren, Gründer eines Bremsenherstellers von Weltrang. Weltweit hat das Unternehmen 65 Standorte, Hauptsitz ist München - und in Berlin produzieren 530 Mitarbeiter.

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Am 19. Oktober 1859 wurde Georg Knorr in Westpreußen geboren. -Foto: promo

Berlin - Im 19. Jahrhundert brachte noch die pure Muskelkraft einen Zug zum Stehen. Bis Georg Knorr eine selbsttätige Druckluftbremse erfand. Der Ingenieur wurde am 19. Oktober 1859 in Ruda in Westpreußen geboren, er gründete später die Knorr-Bremse in Berlin, nachdem ihm ein Amerikaner auf die Sprünge half. Der Ingenieur Jesse Carpenter wollte eine von ihm entwickelte Bremse auf dem deutschen Markt einführen. 1884 kommt Georg Knorr in Carpenters Büro in Berlin-Tiergarten. Neun Jahre später übernimmt er das Geschäft und verlegt den Standort nach Britz.

Knorr erfindet seine eigene Bremse, die Knorr-Einkammer-Schnellbremse. Die Firma zieht bald auf ein größeres Betriebsgelände nach Berlin-Lichtenberg. 1905 gründet der Erfinder die Knorr-Bremse GmbH. 1911 entwickelt Knorr eine Druckluftbremse. Mit ihr können Lokführer zum ersten Mal abgestuft bremsen; mit der bis dahin üblichen Bremse war nur eine Vollbremsung möglich. Endlich können auch lange und schwere Güterzüge mit einer Geschwindigkeit von bis zu 90 Stundenkilometern ausgebremst werden. Die Erfindung wird als Kunze-Knorr-Bremse zur Standardbremse in Europa. Heute ist die Knorr-Bremse AG weltweit der führende Bremsenhersteller mit 65 Standorten weltweit. Der Hauptsitz ist mittlerweile in München.

Neben einem Werk in Aldersbach in Bayern für Nutzfahrzeugsysteme hat Knorr ein Werk in Marzahn. Hier produzieren 530 Mitarbeiter Systeme für Schienenfahrzeuge. Das Unternehmen erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2009 einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro. Vor allem Asien boomt: China bestellte Bremsen für 300 Lokomotiven und 246 U-Bahnen in Guangzhou. Außerdem stattete das Familienunternehmen 204 Metrowagen für die neue U-Bahn in Mekka aus.

Die ehemaligen Gebäude der Firma, das Werk in der Neuen Bahnhofsstraße in Lichtenberg und das Verwaltungsgebäude in der Hirschberger Straße in Friedrichshain, stehen heute unter Denkmalschutz. Das Technikmuseum Berlin erinnert am Montag an den Erfinder und Unternehmer. In der Ausstellung bedeutender Erfinder, Unternehmer und Wissenschaftler wird eine Büste Knorrs enthüllt. Zudem wird ein Modell einer Bremsscheibe in die Sammlung des Museums aufgenommen. yss

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