Wirtschaft : Kölner Metro stockt auf

KÖLN (rtr).Die weltweiten Großhandelsaktivitäten der Metro-Gruppe sollen jetzt auch kapitalmäßig bei der Kölner Metro AG angesiedelt werden.Hierüber werde mit der Muttergesellschaft, der schweizerischen Metro Holding AG, verhandelt, teilte die Metro am Mittwoch mit.Zur Finanzierung der Übernahme soll die Holding ihre Beteiligung als Sacheinlage gegen neue Stammaktien einbringen.Außenstehende Aktionäre könnten gegen bar an der Kapitalerhöhung teilnehmen.Die Kapitalamaßnahmen seien für das vierte Quartal 1998 geplant.

Durch die Übernahme werde "Klarheit in den Gesellschaftsstrukturen" geschaffen.Dies sei Voraussetzung für eine weitere Effizienzsteigerung im Konzern, hieß es zur Begründung.

Das Großhandelsgeschäft (Cash & Carry) gilt als profitabelste Sparte im Konzern.Der Wert der zu übernehmenden Beteiligungen dürfte bei knapp fünf Mrd.DM liegen.Die Metro AG hatte erst zum 1.Januar 1998 die europäischen Cash & Carry-Aktivitäten der niederländischen Makro-Gruppe übernommen.Anderer Partner der Makro in Europa (und Marokko) ist bisher die Metro Holding.Operativ hatte die Kölner AG auch dieses Geschäft bereits geführt und auch in der Konzernbilanz konsolidiert.Metro-Lenker Erwin Conradi hatte im August erklärt, durch diese Zusammenführung des Großhandelsgeschäfts komme die Metro 1998 in diesem hochprofitablen Bereich auf einen Umsatz von 45 Mrd.DM.Insgesamt steigt der Cash & Carry-Umsatzanteil im Konzern auf rund 45 Prozent bei erwarteten Umsätzen von 100 Mrd.DM.

Frankfurter Finanzkreise zeigten sich überrascht über den Zeitpunkt der Übernahme der Holding-Sparten."Wir hatten erst im Laufe des nächsten Jahres damit gerechnet", sagte ein Analyst auf Nachfrage.Die jetzt gewählte Finanzierungsform begünstige die Altaktionäre.Obwohl die Übernahme ein "konsequenter Schritt" zur Integration aller Aktivitäten in das Unternehmen sei, biete sie keinen Anlaß für einen Aktienkauf.

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