Wirtschaft : Können Mannesmann- und Vodafone-Aktien ihren Höhenflug fortsetzen?

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"Buy the rumours, sell the news", lautet eine alte Börsenregel. Die Idee: Solange Gerüchte im Markt sind, lohnt es sich, ein Papier zu kaufen. Wenn Fakten geschaffen werden, steigt man wieder aus. Analysten erwarten, dass sowohl die Mannesmann-Aktien als auch die Vodafone-Papiere den Höhenflug der vergangenen Wochen nicht fortsetzen können. Die Fantasie ist raus, der Markt wird sich nicht mehr so stark auf die beiden Unternehmen fokussieren. Die Privatbank M. M. Warburg rät: "Es ist an der Zeit, sich als Mannesmann-Investor nach neuen Ideen umzusehen."

Auch Anneliese Hieke, Mannesmann-Expertin bei der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre legt den Anteilseignern des Düsseldorfer Unternehmens nahe, die Papiere zu verkaufen, um Kursgewinne zu realisieren. Sie weist darauf hin, dass sowohl beim Verkauf als auch beim Tausch der Anteilsscheine in Vodafone-Papiere Spekulationssteuer anfallen kann. Dies ist der Fall, wenn die Papiere weniger als ein Jahr gehalten wurden und mit Gewinn verkauft oder getauscht werden. Gewinne können mit Verlusten bei anderen Aktien verrechnet werden und sind bis 1000 Mark steuerfrei.

Unter den geänderten Bedingungen und mit einem eher mittel- bis langfristig orientierten Anlageziel mache der Tausch Sinn, sagt dagegen Jürgen Kurz, Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Vodafone habe das Angebot erhöht, sich der Mannesmann-Strategie angenähert und sich mit dem Mangement geeinigt. Wer sich zum Tausch entschlossen habe, könne dies sofort tun. Wer noch unsicher sei, sollte die verlängerte Tauschfrist bis zum 17. Februar und die Kursentwicklung bis dahin abwarten. Sollten Vodafone mehr als 50 Prozent der Mannesmann-Anteile angeboten werden - was nach der Einigung als sicher gilt - gibt es für die verbliebenen Mannesmann-Aktionäre noch einmal eine Frist von fünf Tagen, in der sie noch tauschen können. Wer dann weiter Mannesmann-Aktien hält, kann auf eine Abfindung spekulieren, die fällig wird, wenn Vodafone und Mannesmann einen Unternehmensvertrag abschließen.

Wer weiter auf Telekommunikationswerte setzt, für den kann das neue Schwergewicht Vodafone ein interessantes Investment sein. Wer sich dabei aber nur auf den Dax konzentriert, muss womöglich bald über einen Ausstieg nachdenken. Sollte nämlich der Hauptsitz des neuen Konzerns nicht mehr in Deutschland liegen, fliegt der Wert aus dem Index.

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