Wirtschaft : Kofi Annan warnt vor Armut

Marktschwankungen belasten Arme / Wirtschaftsforum Davos DAVOS (dpa/AFP/rtr).UN-Generalsekretär Kofi Annan hat Spitzenmanager aus aller Welt gemahnt, die "Kräfte des Marktes" in den Dienst der "universalen Ideen" der Vereinten Nationen zu stellen.Die Globalisierung der Wirtschaft sei unaufhaltsam, sagte Annan am Sonnabend beim Weltwirtschaftsforum im Schweizer Wintersportort Davos."Manchen hat sie große Reichtümer gebracht und ein neues Zeitalter der Möglichkeiten eingeläutet.Manchen erscheint sie dagegen ausgrenzend, ausbeutend oder sogar zerstörerisch." Der "globale Marktplatz" könne nur funktionieren, wenn er auch die Unzulänglichkeiten und Gegensätze anspreche.Die wirtschaftliche Integration könne kaum den wachsenden Graben zwischen Reich und Arm überbrücken und mit Umweltverschmutzung, Wanderungsbewegungen und Schwerkriminalität fertigwerden, sagte Annan.Die Finanzkrise in Asien zeige, welche Lasten die "Schwankungen" der Märkte für Arme und Schwache bringe."Könnte solch eine Krise nicht soziale Unruhe auslösen oder sogar Frieden und Stabilität bedrohen?" Angesichts der Asienkrise warnte der Chef der Welthandelsorganisation (WTO), Renato Ruggiero, vor jeder Form von Protektionismus."Die wichtigste Botschaft ist, daß dies nicht die Zeit für Protektionismus ist", sagte Ruggiero in Davos.Je offener die Märkte seien, desto schneller lasse sich die Krise bewältigen, sagte der WTO-Chef. Der Präsident der Europäischen Kommission, Jacques Santer, sagte, der Euro könne eine "glaubwürdige Alternative" zum Dollar werden.Allerdings verfolge die Europäische Union (EU) mit der Schaffung einer Einheitswährung nicht das Ziel, ein globales Gegengewicht zu den USA zu werden.Ziel sei es, die Wirtschaftskraft der Union dynamischer und erfolgreicher zu machen.Der Dollar bleibe die beherrschende Währung.Die Deutsche Bank hat nach Worten von Vorstandssprecher Rolf-Ernst Breuer erhebliche Fehler bei der Bewertung der Finanzkrise in Asien begangen."Ich selbst habe noch im vergangenen September gesagt, das Ganze sei nur ein Wetterleuchten; diese Einschätzung war ganz offensichtlich falsch", sagte Breuer in Davos.Zwar habe die Deutsche Bank schon seit geraumer Zeit etwas vorsichtiger in Asien agiert.Das ganze Ausmaß der bevorstehende Krise habe man aber nicht erkannt.

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