Wirtschaft : Kofler stockt Anteil an Premiere auf

Geschäftsführer übt Option aus

-

München (nad). Der Geschäftsführer von Premiere, Georg Kofler, verdoppelt seine Anteile an dem Münchener Bezahlsender von zehn auf gut 20 Prozent und wird damit zweitgrößter Gesellschafter. Kofler erwirbt die Anteile – entsprechend einer vereinbarten Option – von der Investorengruppe Permira, die den Sender im Februar diesen Jahres aus dem zusammengebrochenen KirchImperium mehrheitlich übernommen hatte. Nach dem Zukauf durch Kofler wird Permira noch 54,76 Prozent an Premiere halten. Weitere Gesellschafter sind die Hypo-Vereinsbank und die Bayerische Landesbank als Kirch-Gläubiger mit jeweils zehn Prozent sowie die österreichische Bank für Arbeit und Wirtschaft.

Kofler teilte mit, er finanziere den Erwerb der neuen Anteile vollständig aus eigenen Mitteln. Über die Höhe des Kaufpreises wurde Stillschweigen vereinbart. „Ich halte Premiere für eines der chancenreichsten Medienunternehmen in Europa“, sagte Kofler. Abo-Fernsehen sei gerade in Deutschland ein vielversprechender Zukunftsmarkt. Permira wertete Koflers Engagement als Bekenntnis zu dem immer noch defizitären Sender. Der Schritt von Kofler sei „ein gutes Signal für Premiere und Beleg für die Kontinuität an der Spitze des Unternehmens“. In jüngster Zeit hatte es Spekulationen über eine Rückkehr Koflers zum TV-Konzern Pro Sieben Sat 1 gegeben.

Premiere war mit Milliardenverlusten hauptverantwortlich für den Zusammenbruch der Kirch-Gruppe gewesen. Seit seinem Amtsantritt vor zwei Jahren trimmt Kofler den Sender mit einem harten Sparprogramm auf Profitabilität. In der vergangenen Woche hatte der Sender für das erste Halbjahr einen Umsatzanstieg um 26 Prozent auf 471 Millionen Euro gemeldet. Der operative Verlust verringerte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 94 Prozent auf 15 Millionen Euro. In zwei Jahren will Kofler Premiere an die Börse bringen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar