Wirtschaft : "Kohlhaussen hat das Sagen" - Neuer Großaktionär Rebon will vorerst keinen Einfluss nehmen

hst

Der neue Großaktionär der Commerzbank, die niederländische Investorengruppe Rebon BV, will ihren Anteil an dem Frankfurter Institut zwar möglichst bald aufstocken, doch vorerst keinen Einfluss auf die Geschäftspolitik nehmen. "Herr Kohlhaussen bestimmt die Politik der Bank", erklärte Hansgeorg Hofmann, Geschäftsführer der Rebon-Tochter Cobra Beteiligungsgesellschaft mbH. Die Cobra strebe auch keinen Sitz im Aufsichtsrat an.

Grundsätzlich wolle man den Vorstand der Commerzbank dabei unterstützen, den "richtigen Weg" für die Zukunft zu finden. Wenn dazu ein Partner nötig sein werde, werde man der Commerzbank dabei helfen, sagte der ehemalige Vorstand der Dresdner Bank, Hofmann. Um dafür auch die nötige "Macht" zu haben, sei es "ein logischer Schritt", die Beteiligung von derzeit knapp zehn auf rund 20 Prozent zu erhöhen. Weitere Einzelheiten dazu wollten weder Hofmann noch Rebon-Direktor Jürgen Hasse nennen. Bis zum 5. Mai wolle man die Öffentlichkeit über die weiteren Pläne informieren, hieß es nur.

Hasse dementierte Gerüchte, dass hinter dem Anteilskauf bereits eine andere Bank stehe, die beabsichtige, die Commerzbank zu übernehmen. Er bestätigte allerdings, dass es schon Anfragen wegen des Pakets gegeben habe. "Wir haben aber niemanden ein Angebot gemacht", sagte Hasse. Rebon hatte am Mittwoch bekannt gegeben, über 9,9 Prozent der Aktien der Commerzbank zu verfügen und ist damit nun der größte Aktionär der Bank. Hasse betonte, dass Rebon ein strategischer Investor sei, der großes Vertrauen in die Strategie der Commerzbank habe.

Nach dem überraschend bekannt gegeben Einstieg von Rebon bei der Commerzbank waren erneut Spekulationen aufgekommen, möglicherweise werde damit eine Fusion mit der Dresdner Bank angestrebt. Rebon ist nach eigenen Angaben eine Finanzholding der Kaufmänner Klaus-Peter Schneidewind aus Düsseldorf und Clemens Vedder, der in Palm Beach wohnt. Schneidewind wird in Bankenkreisen dem Umfeld der Hamburger Immobilien- und Beteiligungsgesellschaft WCM zugerechnet.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben