Wirtschaft : Kommentar: Bayer sucht Rezepte für die Pharmasparte

Maren Peters

Der Pharmakonzern Bayer scheint auf dem Weg der Besserung zu sein. Es ist noch nicht lange her, dass das Debakel um den Cholesterinsenker Lipobay dem Konzern nicht nur Millionenverluste einbrachte, sondern auch das Vertrauen von Patienten und Anlegern tieferschütterte. Konzernchef Manfred Schneider denkt seitdem sogar darüber nach, seine Pharmasparte ganz zu verkaufen. Bisher hatte der Konzern als eines der wenigen Unternehmen in der Branche die Ansicht vertreten, dass es sinnvoll sei, Chemie, Pharma und Pflanzenschutz unter einem Dach zu vereinen.

Doch nun ist die Hoffnung groß, dass das Milzbrand-Medikament Cipro schneller als erwartet eine bessere Zukunft bringen könnte. Nachdem in den USA bisher ein Mensch nach einer Milzbrand-Infektion starb und jeden Tag neue Verdachtsfälle die Amerikaner verunsichern, ist der Absatz des Milzbrand-Antibiotikums dramatisch gestiegen. Doch Bayer braucht zur Gesundung mehr als eine Pille, der Auftrieb wird daher nur von kurzer Dauer sein. Zum einen, weil schon bald die Angst vor dem Bioterror nachlassen dürfte - und damit auch die Nachfrage nach Cipro. Außerdem, weil schon in zwei Jahren der Patentschutz für das derzeit umsatzstärkste Bayer-Medikament ausläuft. Danach kann die Konkurrenz die Arznei kopieren. Bayer muss spätestens dann einen neuen Bestseller präsentieren - was dem Unternehmen aber aus eigener Kraft kaum gelingen dürfte. Die Zukunft von Bayer wird kaum im Pharmageschäft liegen. Das Einzige, was dem Konzern einen - auch an den Börsen - dauerhaften Aufschwung bescheren kann, ist eine überzeugende neue Strategie. Und das heißt, dass sich das Unternehmen von der Pharmasparte trennen oder sie mit einem starken Partnerunternehmen zusammen führen muss.

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