Wirtschaft : Kommentar: Unerfreuliches von der Börse

Corinna Visser

Der Deutsche Aktienindex setzt seinen traurigen Kurs fort. Einige Analysten erwarten sogar, dass der Dax bis auf 5100 Zähler abstürzen könnte. Man muss kein Experte sein, um solchen Befürchtungen Glauben zu schenken. Woher sollen die guten Nachrichten kommen, die eine Trendwende einleiten könnten? Vom Dax-Schwergewicht Deutsche Telekom sind sie jedenfalls im Moment nicht zu erwarten. Auf dem Unternehmen lastet der enorme Schuldenberg, die Telekom-Neuerwerbung Voicestream verdoppelt ihre Verluste und der Markt erwartet, dass sich weitere Großinvestoren in den kommenden Monaten in großer Zahl von ihren T-Aktien trennen werden. Andere Technologiewerte leiden ähnlich wie die Telekom an der schlechten Stimmung gegenüber der Branche und natürlich auch einfach an dem schlechten Geschäft, das viele Informations- und Kommunikationstechnik-Unternehmen derzeit machen. Und eben weil die Börse schlecht läuft, verdienen die Banken und Vericherungskonzerne wie die Allianz weniger, nachdem sie im Vorjahr vom Börsenboom profitierten. Viele Beobachter fürchten sogar, dass immer mehr private Anleger sich frustriert wieder vom Börsengeschehen zurückziehen, nachdem sie in den vergangenen Monaten viel Geld auf dem Parkett verloren haben. Wer auf positive Impulse von den amerikanischen Märkten hofft, wird enttäuscht. Hier haben die Unternehmen auch nur Hiobsbotschaften für ihre Aktionäre parat. Ob in der kommenden Woche von der Notenbank Unterstützung kommt, ist unsicher. Im Moment müssen sich die Anleger wohl mit der unerfreulichen Tatsache zufrieden geben, dass es an der Börse weiter bergab geht.

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