Wirtschaft : Kommission stimmt Stahl-Fusion zu

BRÜSSEL (AFP). Die EU-Kommission hat am Montag der Fusion zwischen British Steel und Koninklije Hoogovens zum größten Stahlkonzern Europas zugestimmt. Dies teilte ein Sprecher der Kommission in Brüssel mit. Beide Gruppen wollen gemeinsam eine Gesellschaft britischen Rechts mit Sitz in London bilden und werden voraussichtlich mehr als 70 000 Mitarbeiter beschäftigen. Die neue Gruppe hat eine zusammengerechnete Jahresproduktion von 23 Mill. Tonnen Stahl. Weltweit wird das Unternehmen mit dem vorläufigen Namen British Steel /Koninklije Hoogovens (BSKH) zur Nummer drei auf dem Stahlmarkt. Größer sind nur noch der südkoreanische Posco-Konzern und der japanische Branchenführer Nippon Steel.Die EU-Kommission habe besonders die Marktposition des neuen Konzerns im Bereich Weißblech genauer unter die Lupe genommen, wo BSKH rund ein Drittel des Marktes beliefern wird, sagte der Sprecher des Wettbewerbskommissars, Stefan Rating. Ansgesichts starker Konkurrenz auf diesem Tätigkeitsfeld habe Brüssel aber keine Einwände gegen die Fusion geäußert. Der Umsatz der neuen Gruppe wird von beiden Unternehmen mit 14,6 Mrd. Euro (28,5 Mrd. DM) angegeben, der gemeinsame Börsenwert werde demnach rund 4,6 Mrd. Euro (knapp neun Mrd. DM) betragen. Die Fusion, die aus Sicht von Analysten eher einer Übernahme der Niederländer durch die Briten denn einem paritätischen Zusammengehen gleicht, soll spätestens im Herbst vollzogen sein. British Steel soll dann die Mehrheit der neuen Gruppe halten und auch den Vorstandsvorsitzenden stellen. Nach Angaben von British Steel werden beide Unternehmen durch den Zusammenschluß in den kommenden drei Jahren umgerechnet rund 912 Mill. DM (466,3 Mill. Euro) einsparen.

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