Wirtschaft : Kompromißkandidat für EZB-Spitze gesucht

Waigel: Entscheidung bis 2.Mai DEN HAAG/MÜNCHEN (dpa/rtr).Die Europäische Union (EU) sucht der niederländischen Zeitung "Haagsche Courant" zufolge nach einem Kompromißkandidaten für das Amt des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB).Wie die Zeitung berichtete, soll die französische Regierung fest entschlossen sein, eine Ernennung des Niederländers Wim Duisenberg mit einem Veto zu verhindern.Der niederländische Ministerpräsident Wim Kok wiederum wolle sein Veto gegen den französischen Kandidaten Jean-Claude Trichet einlegen.Ein Ausweichkandidat sei nun die einzige Lösung.Der niederländische Außenminister Hans van Mierlo wurde von der Zeitung mit den Worten zitiert: "So droht es schiefzugehen.Wir werden sehen, ob wir es noch geradebiegen können." Es müßten noch viele Stunden Überzeugungsarbeit geleistet werden.Dem Bericht zufolge kursieren in Den Haag Gerüchte, wonach Duisenbergs Chancen schon "so gut wie verspielt" sind. Bundesfinanzminister Theo Waigel zeigte sich am Wochenende dagegen überzeugt, daß die Entscheidung über den EZB-Präsidenten wie vorgesehen bis zum 2.Mai fallen werde.Es gebe zu dem Punkt unter den künftigen Teilnehmern an der Europäischen Währungsunion (EWU) klare Überzeugungen, die jedes Land zur Kenntnis nehmen müsse, sagte er. Am Dienstag kommen die EU-Finanzminister in Luxemburg zusammen, um letzte Vorbereitungen für die europäische Währungsunion zu treffen.Für Minister, die Zweifel an der Stabilität eines der bisher elf Euro-Kandidaten haben sollten, gilt das Treffen als letzte Möglichkeit, Kritik zu äußern.Dabei soll auch die umstrittene Personalfrage erörtert werden.

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