Konfetti-Attacke : EZB muss Pressekonferenz unterbrechen

Bei der Pressekonferenz der Europäischen Zentralbank (EZB) ist es zu einem Zwischenfall gekommen. Eine Demonstrantin sprang vor EZB-Chef Mario Draghi auf den Tisch und bewarf ihn mit Konfetti. An ihrer Geldpolitik ändert die Notenbank derweil nichts.

Konfetti-Attacke: Eine Demonstrantin bewirft Draghi mit Konfetti.
Konfetti-Attacke: Eine Demonstrantin bewirft Draghi mit Konfetti.Foto: AFP

So hatte Mario Draghi sich die Pressekonferenz nicht vorgestellt. Während der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) seine Ausführungen machte, sprang auf einmal eine Frau auf seinen Tisch und bewarf ihn mit Papier und Konfetti. Die Demonstrantin rief auf Englisch: "Stoppt die Diktatur der EZB". Dieser Slogan stand auch auf ihrem T-Shirt. Die Pressekonferenz wurde daraufhin kurzzeitig unterbrochen.

Erst als die Demonstrantin von Sicherheitskräften aus dem Raum getragen wurde, konnte es weiter gehen.

Die EZB hält den Leitzins niedrig

Draghi erklärte, die Notenbank halte den Leitzins auf dem Rekordtief von 0,05 Prozent. Damit können sich Geschäftsbanken weiterhin extrem günstig mit frischem Zentralbankgeld versorgen. Zugleich verlangen die Währungshüter von den Geldinstituten aber nach wie vor einen Strafzins von 0,2 Prozent, wenn diese Geld über Nacht bei der EZB parken. Damit will die Notenbank die Kreditvergabe ankurbeln.

"Stop the ECB-Dicktatorship!"
...und bugsierten sie von dannen. Aber sehen so Verlierer aus?Alle Bilder anzeigen
1 von 8Foto: Daniel Roland / AFP
15.04.2015 15:42...und bugsierten sie von dannen. Aber sehen so Verlierer aus?

Auch an ihrem Anleihe-Kaufprogramm will die EZB wie geplant festhalten. “Unser Fokus wird auf der vollen Umsetzung unserer Maßnahmen liegen“, sagte Draghi. "Diese Maßnahmen werden zu einer weiteren Verbesserung der Konjunkturaussichten beitragen.“ Draghi trat damit Spekulationen entgegen, wonach die EZB ihr vor allem in Deutschland umstrittenes Programm drosseln könnte.
Die Währungshüter hatten im März mit dem Kauf von Staatsanleihen begonnen. Es ist ein Volumen von rund 1,1 Billionen Euro eingeplant. Das Programm soll bis September 2016 laufen. AFP/dpa/rtr

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