Wirtschaft : Konfuzius: Treue und Tüchtigkeit

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Für das Wertesystem wirtschaftlich erfolgreicher asiatischer Staaten wie Japan, SüdKorea oder China sind weniger die Religionen wie Buddhismus oder Schintoismus verantwortlich. Umso mehr bestimmt noch heute der Philosoph Konfuzius das Wirtschaftsleben, dessen Lehren in Ländern wie China oder Japan über Jahrhunderte den Status einer Staatsreligion hatten.

Konfuzius, der im fünften Jahrhundert vor Christus in China lebte, formulierte Regeln für das Zusammenleben der Menschen und forderte Tugenden wie Tüchtigkeit, Treue und Zuverlässigkeit. „Diese Tradition hat großen Einfluss auf die Arbeitsmentalität der Menschen", sagt Iris Wieczorek, Japan-Expertin am Institut für Asienkunde in Hamburg. Positiv auf die Motivation der Menschen wirkt der starke Bezug auf das Diesseits, das Hier und Jetzt. „Das spornt die Menschen an, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und nicht auf das Paradies zu hoffen", sagt Siegfried Englert, Professor am Ostasieninstitut der FH Ludwigshafen.

Allerdings haben die von Konfuzius formulierten Tugenden nicht nur Vorteile. So fordert er von den Menschen eine starke Unterordnung, um in der Gemeinschaft ein Ziel zu erreichen. „Die Menschen bringen sich bis zur Unkenntlichkeit in das Kollektiv ein, was häufig Eigenverantwortung und Kreativität zerstört", sagt Asienkenner Englert. Probleme bringt auch die hohe Loyalität zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Zwar sind die Mitarbeiter ihrem Unternehmen meist treu ergeben, andererseits garantiere die Firma aber häufig einen lebenslangen Job, was in wirtschaftlichen Krisenzeiten Strukturanpassungen innerhalb der Unternehmen und einen notwendigen Stellenabbau sehr erschwert.msh

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