Wirtschaft : Konjunktur: 2001 - ein schwarzes Jahr für die Wirtschaftsforscher

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Nicht nur für die Konjunktur war 2001 ein schwarzes Jahr. Auch die Menschen, die das Auf und Ab der Wirtschaft von Berufs wegen erforschen, mussten Rückschläge einstecken: Selten lagen die Ökonomen mit ihren Vorhersagen so daneben wie in diesem Jahr. Noch im Januar erwarteten Institute und Banken für Deutschland ein Wirtschaftsplus von 2,5 bis drei Prozent. Denn die US-Wirtschaft werde nach langem Boom sanft landen, Europa ihr den Rang ablaufen.

Es kam bekanntlich anders: Um nicht einmal ein Prozent wird die Wirtschaftsleistung 2001 zulegen. Doch warum verrechneten sich die Experten derart geschlossen und massiv? Die Terror-Anschläge vom 11. September sind nicht die Ursache - zu diesem Zeitpunkt steckte die Weltwirtschaft längst in der Krise. Die Forscher rechtfertigen sich vor allem mit Tierseuchen und hohem Ölpreis, die die Kaufkraft der Verbraucher schmälerten. Außerdem erhielt die Wirtschaft durch den abrupten Abschwung in den USA einen Dämpfer - dadurch sank die Stimmung unter den Gefrierpunkt. Ein Übriges tat die Krise der Bauwirtschaft, die länger dauerte als erwartet. Dass Frühindikatoren bereits 2000 einen Abschwung signalisierten, ignorierten viele Forscher - wobei auch die Scheu, als Pessimist zu gelten, eine Rolle gespielt haben mag.

Die meisten Forscher ficht dies dennoch nicht an. Ihr Handwerk sei nun einmal "Kaffeesatzleserei", heißt es, und plötzliche Schocks könne ohnehin kein noch so guter Ökonom vorhersagen.

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