Wirtschaft : Konjunktur: Alles schaut auf Walter Riester

Alfons Frese

Die Umfrageergebnisse kommen gerade recht: Die Konjunktur verliert Schwung, die Investitionsbereitschaft sinkt, Umsatzerwartungen werden nach unten korrigiert. "Jetzt ist die Wirtschaftspolitik am Zuge", resümiert der Bundesverband der Deutschen Industrie seinen neuesten Konjunkturreport. Gemeint ist vor allem Arbeitsminister Walter Riester, der in diesem Herbst die Hauptrolle in Schröders Kabinett spielt: Rentenreform, Ausbau der Mitbestimmung im Betriebsverfassungsgesetz und Anspruch auf Teilzeit - das sind die Riester-Themen, die für die Stimmung in den Unternehmen von Belang sind. An diesem Dienstag legen die Forschungsinstitute das Herbstgutachten vor. Was auch immer die Wissenschaftler für 2001 prognostizieren: Die Wirtschaft wird langsamer wachsen als in diesem Jahr. Darauf deutet der jüngste Ifo-Geschäftsklimaindex hin, der im September zum vierten Mal in Folge fiel. Hauptursache ist der Ölpreis. Unternehmen und Verbraucher müssen in diesem Jahr gut 30 Milliarden Mark mehr für Öl und Gas ausgeben als 1999. Das schwächt die gesamtwirtschaftliche Nachfrage und drückt die Wachstumsrate um schätzungsweise 0,8 Prozent. Nun können nur Wahrsager die Entwicklung des Ölpreises voraussehen. Was aber sicher zum 1.1.2001 kommt, sind Impulse durch Eichels Steuerreform. Wenn nun auch noch Riester einen vernünftigen Interessenausgleich zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften bei Rente und Mitbestimmung hinbekommt, dann dürfte sich die Stimmung in der Wirtschaft - die derzeit schlechter ist als die wirkliche Lage - wieder aufhellen.

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