Wirtschaft : Konjunktur: Arbeitsmarktziel des Kanzlers in weiter Ferne

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In der kommenden Woche ist es wieder soweit. Die Nürnberger Bundesanstalt für Arbeit wird die aktuellen Zahlen zur Arbeitsmarktentwicklung im Monat August bekannt geben. Dass Anstalts-Präsident Bernhard Jagoda eine Trendwende zu vermelden hat, erwartet kaum jemand. Seit Monaten sind in Deutschland wieder mehr Menschen ohne Arbeit. Anfang August vermeldeten die Nürnberger 3,8 Millionen Arbeitslose in Deutschland. Das waren gut 100 000 mehr als im Monat zuvor. Positive Signale vom Arbeitsmarkt sind nicht in Sicht. Ganz im Gegenteil: Es müsste "schon einen stürmischen Herbstaufschwung" geben, sagte vor vier Wochen Jagoda, damit die Zahl der Arbeitssuchenden Deutschen zurückginge. Im Schnitt des gesamten Jahres erwartete er eine Zahl von 3,7 Millionen Arbeitslosen. Für den Bundeskanzler wäre das eine herbe Schlappe. Gerhard Schröder hatte zum Amtsantritt damit geworben, die Zahl der Joblosen Deutschen bis zur kommenden Bundestagswahl im Herbst 2002 auf 3,5 Millionen zu senken. "Daran werde ich mich messen lassen", beschwor er dieses Ziel. Doch schon jetzt schwindet die Hoffnung des sozialdemokratischen Kanzlers, dass er das erreichen kann. Vorsichtig sagte er vor nicht allzu langer Zeit, dass es "schwer wird", sein Versprechen einzulösen. Einzig Bundeswirtschaftsminister Werner Müller (parteilos) glaubt, dass Ende diesen Jahres, spätestens im kommenden Frühjahr, die Konjunktur in Deutschland wieder anzieht und bis zum Sommer so viele neue Arbeitsplätze entstehen, dass des Kanzlers Ziel am Ende noch Wirklichkeit werden könnte.

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